Hauptunterricht
Der Hauptunterricht steht mit den ersten beiden Stunden am Beginn des Schultags. In ihm wird das jeweilige Epochenthema über mehrere Wochen hinweg täglich weitergeführt. Besonders in der Unter- und Mittelstufe hat der Hauptunterricht eine klare innere Gliederung: Bewegung, Sprache, Musik, Üben, Erzählen, Erarbeiten, Schreiben und Gestalten greifen ineinander.
Grundlage bildet der Waldorflehrplan, den die Lehrkräfte entsprechend ihrer Klasse und ihrer pädagogischen Verantwortung ausgestalten. So verbindet der Hauptunterricht fachliches Lernen mit künstlerischer Tätigkeit, Bewegung und wiederkehrendem Üben.
Epochenunterricht
Die tragende Form des Hauptunterrichts ist der Epochenunterricht. Über mehrere Wochen beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler täglich mit einem Thema oder später einem Fach. Dadurch können sie sich intensiv in einen Zusammenhang einarbeiten, Inhalte aus unterschiedlichen Perspektiven erschließen und das Gelernte in eigenen Heften, Zeichnungen, Texten, Versuchen oder Präsentationen verarbeiten.
Die Themen folgen den Entwicklungsphasen der Kinder und Jugendlichen und bauen fachlich wie menschlich aufeinander auf. Mit dem Übergang in die Oberstufe verändert sich der Charakter des Epochenunterrichts. An die Stelle des überwiegend erzählenden und bildhaften Zugangs treten zunehmend fachliche Vertiefung, eigenständiges Arbeiten und die Entwicklung einer begründeten Urteilskraft.
Fachunterrichte
ach dem Hauptunterricht folgen regelmäßig stattfindende Einzel- oder Doppelstunden. Dazu gehören unter anderem Fremdsprachen, Musik, Sport, Eurythmie, Religion, Handarbeit, Werken, Gartenbau sowie später naturwissenschaftliche und künstlerische Fächer.
Einige Fächer begleiten die Schülerinnen und Schüler über ihre gesamte Schulzeit. Englisch und Französisch beginnen bereits in der ersten Klasse. Eurythmie führt bis zum künstlerischen Abschluss in der zwölften Klasse. Künstlerisch-praktische Fächer nehmen an unserer Schule einen besonderen Stellenwert ein. Sie sind kein ergänzendes Angebot, sondern ein gleichwertiger Bestandteil des Bildungswegs. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit unterschiedlichen Materialien, entwickeln handwerkliche Fähigkeiten und üben Genauigkeit, Ausdauer, Formgefühl und praktische Urteilskraft. In vielen Fachunterrichten wird die Klasse in kleinere Lerngruppen aufgeteilt, um individueller arbeiten zu können.
Projekte
Projektorientiertes Arbeiten begleitet die Schülerinnen und Schüler durch ihre gesamte Schulzeit. Es verbindet fachliches Lernen mit eigenständigem Planen, praktischem Handeln und gemeinsamer Verantwortung. Je nach Alter entstehen kleinere Vorhaben im Unterricht ebenso wie umfangreiche Projekte, bei denen Organisation, künstlerische Gestaltung, handwerkliche Umsetzung und Präsentation ineinandergreifen.
Dazu gehören unter anderem das Achtklassspiel, das Klassenspiel der zwölften Klasse, die Jahresarbeit sowie zahlreiche fachübergreifende Projekte und Werkstätten. Sie schaffen Freiräume, in denen Schülerinnen und Schüler eigene Ideen entwickeln, Verantwortung übernehmen und ihre Fähigkeiten in einem größeren Zusammenhang erproben können.
Praktika
Praktika sind ein fester Bestandteil der Waldorfpädagogik. Sie ergänzen den Unterricht durch unmittelbare Erfahrungen in der Arbeits- und Lebenswelt und begleiten die Schülerinnen und Schüler über mehrere Jahre hinweg. Dabei stehen je nach Alter unterschiedliche Fragen im Mittelpunkt: die Begegnung mit Natur und Landwirtschaft, das Kennenlernen beruflicher Arbeitswelten sowie die Übernahme von Verantwortung für andere Menschen. An unserer Schule gehören dazu das Küchenpraktikum in der Mittelstufe, das Forstpraktikum in Klasse 7 sowie das Landwirtschafts-, Betriebs- oder Berufs- und Sozialpraktikum in den Klassen 9 bis 11. Alle Praktika werden durch Berichte und Präsentationen reflektiert.
