Arbeiten an unserer Schule
Die Freie Waldorfschule Karlsruhe ist eine zweizügige Schule mit Klassen von der ersten bis zur dreizehnten Jahrgangsstufe. Unter einem Dach begegnen sich Klassenlehrerzeit und Oberstufe, Fachunterricht und Werkstätten, Musik, Eurythmie, Gartenbau, Praktika, Klassenspiele, Monatsfeiern und eine lebendige Selbstverwaltung.
Unterricht bildet den Mittelpunkt der Arbeit. Zugleich verstehen wir Schule als gemeinsame Aufgabe. Konferenzen, kollegiale Beratung, Elternarbeit, Feste, Projekte und die Mitarbeit in Delegationen gehören selbstverständlich dazu. Wer bei uns arbeitet, gestaltet Schule deshalb nicht nur im eigenen Unterricht, sondern auch gemeinsam mit Kollegium, Verwaltung, Hort, Förderbereich und Schulsozialarbeit.
Viele Kolleginnen und Kollegen schätzen gerade diese Verbindung: Sie können Unterricht eigenverantwortlich gestalten, Schülerinnen und Schüler über längere Zeit begleiten und zugleich an der Entwicklung der Schule mitwirken. So entsteht ein Arbeitsfeld, das pädagogische, fachliche, künstlerische und gemeinschaftliche Aufgaben miteinander verbindet.

Bewerbung und Kennenlernen
Wer sich für unsere Schule interessiert, kann sich auf ausgeschriebene Stellen bewerben oder initiativ Kontakt aufnehmen. Aktuelle Stellenausschreibungen finden Sie auf unserer Website; Bewerbungen richten Sie bitte an .
Auch vor einer Bewerbung sind Gespräche willkommen – etwa wenn es um Ausbildung, Seiteneinstieg oder berufsbegleitende Qualifizierungen geht. Gemeinsam kann geklärt werden, welche Möglichkeiten zu Ihrer bisherigen Ausbildung und Berufserfahrung passen.
Nach Eingang der Bewerbung nimmt die Schule Kontakt auf. Je nach Situation folgen ein erstes Gespräch, Hospitationen, Unterrichtsbesuche und weitere Gespräche mit den zuständigen Kolleginnen und Kollegen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die fachliche Qualifikation. Ebenso wichtig ist die Frage, ob Fach, Persönlichkeit, pädagogische Haltung und Schule zueinander passen.
Wege in den Beruf
Klassenlehrerin oder Klassenlehrer
Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer begleiten eine Klasse über viele Jahre hinweg, in der Regel vom ersten bis zum achten Schuljahr. Sie gestalten den Hauptunterricht, führen durch die Epochen und werden für Kinder und Eltern über lange Zeit zu einer verlässlichen Bezugsperson.
Der Unterricht umfasst weit mehr als Deutsch und Mathematik. Erzählstoff, Geschichte, Naturkunde, Geografie, Formenzeichnen und viele weitere Themen werden im Laufe der Schuljahre altersgemäß aufgegriffen und miteinander verbunden.
Diese Aufgabe verlangt ein breites pädagogisches Interesse. Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer richten ihren Blick nicht nur auf einzelne Fächer, sondern auf die Entwicklung der gesamten Klassengemeinschaft und jedes einzelnen Kindes. Sie gestalten Rhythmus, Sprache, Bewegung und künstlerische Arbeit, begleiten Elternabende, Ausflüge, Klassenspiele und Projekte und arbeiten eng mit Fachlehrkräften, Förderbereich, Schulsozialarbeit und Kollegium zusammen.
Auf diese Aufgabe bereiten Waldorfseminare und Hochschulen mit unterschiedlichen Studien- und Ausbildungsformen vor. Wer bereits ein Lehramtsstudium, ein anderes pädagogisches Studium oder einschlägige Berufserfahrung mitbringt, kann gemeinsam mit der Schulleitung klären, welcher Ausbildungsweg sinnvoll ist.
Fachlehrerin oder Fachlehrer
Fachlehrerinnen und Fachlehrer bringen besondere fachliche Kompetenzen in den Schulalltag ein. Sie unterrichten einzelne Fächer oder Fachbereiche, etwa Fremdsprachen, Musik, Sport, Eurythmie, Kunst, Handarbeit, Werken, Gartenbau, Medienkunde, Naturwissenschaften, Mathematik oder Deutsch. Je nach Fach beginnt der Unterricht bereits in den unteren Klassen oder erst später; in der Oberstufe tragen Fachlehrkräfte wesentlich zur fachlichen Vertiefung und zur Vorbereitung auf die staatlichen Abschlüsse bei.
Auch Fachunterricht erschöpft sich an einer Waldorfschule nicht in der Vermittlung fachlicher Inhalte. Entscheidend ist, wie ein Thema dem jeweiligen Alter entsprechend erschlossen wird. Fachunterricht verbindet fachliche Genauigkeit mit künstlerischer, praktischer oder wissenschaftlicher Erfahrung und eröffnet den Schülerinnen und Schülern unterschiedliche Zugänge zur Welt.
Wer Fachlehrerin oder Fachlehrer werden möchte, bringt in der Regel ein Fachstudium, eine Berufsausbildung, künstlerische Praxis oder eine andere fachliche Qualifikation mit. Je nach Fach und Vorbildung kann eine waldorfpädagogische Zusatzqualifikation erforderlich oder sinnvoll sein. Auch hierfür bestehen berufsbegleitende Ausbildungswege.
Direkte Ausbildung
Ein unmittelbarer Weg in den Waldorflehrerberuf führt über ein Studium oder eine Ausbildung an einer Waldorfhochschule oder einem Waldorfseminar. Je nach Ausbildungsstätte werden Vollzeitstudiengänge, Blockseminare, Fernstudien oder berufsbegleitende Qualifizierungen angeboten.
Für Interessierte aus unserer Region kommen insbesondere Ausbildungsstätten in Mannheim und Stuttgart in Frage. Je nach Ausbildung liegt der Schwerpunkt auf der Klassenlehrerzeit, einem Fachbereich oder dem Unterricht in der Oberstufe.
Seiteneinstieg
Viele Kolleginnen und Kollegen finden erst nach einem anderen Berufsweg zur Waldorfpädagogik. Erfahrungen aus Wissenschaft, Handwerk, Kunst, Musik, Technik, Landwirtschaft, Sozialarbeit, Therapie oder dem staatlichen Schuldienst können den Unterricht in besonderer Weise bereichern.
Beim Seiteneinstieg geht es darum, diese fachlichen und beruflichen Erfahrungen mit der pädagogischen Arbeit an einer Waldorfschule zu verbinden. Gemeinsam wird geprüft, welche fachlichen Voraussetzungen bereits vorliegen, welche Unterrichtsgenehmigungen erforderlich sind und welche waldorfpädagogische Qualifizierung sinnvoll ist.
Die Schulleitung berät Interessierte dabei individuell und unterstützt sie bei der Suche nach einem passenden Ausbildungs- oder Weiterbildungsweg.
Begleitung und Mentoring
Der Einstieg in eine neue Schule gelingt leichter, wenn erfahrene Kolleginnen und Kollegen den Weg begleiten. Deshalb erhält jede neue Lehrkraft Unterstützung durch ein Mentoring.
Mentoring hilft dabei, Schritt für Schritt in Unterricht, Konferenzarbeit, Elternarbeit und Selbstverwaltung hineinzuwachsen. Gerade in den ersten Jahren ist es wichtig, Fragen stellen zu können, Rückmeldung zu erhalten und die Schule nicht allein verstehen zu müssen.
Zur Einarbeitung gehört deshalb nicht nur die Vorbereitung des eigenen Unterrichts. Neue Kolleginnen und Kollegen lernen auch die Strukturen der Schule kennen: Konferenzen, Zuständigkeiten, Kommunikationswege, Elternabende, Klassenprozesse, Feste und die Zusammenarbeit mit Verwaltung, Hort, Förderbereich und Schulsozialarbeit.
Mentoring versteht sich nicht als Kontrolle, sondern als Begleitung. Es soll Orientierung geben, Sicherheit vermitteln und dabei helfen, die eigene pädagogische Handschrift zu entwickeln.
Wen wir suchen
Wir suchen Menschen, die fachlich etwas mitbringen und pädagogisch weiterfragen wollen. Menschen, die Kinder und Jugendliche nicht vorschnell beurteilen, sondern verstehen möchten. Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, kollegial zusammenzuarbeiten und Schule als gemeinsamen Entwicklungsraum zu begreifen.
Waldorfpädagogik lebt von der Verbindung fachlicher Kompetenz mit Interesse an Entwicklung, Kunst, Handwerk, Sprache, Bewegung, Naturwissenschaft und sozialem Miteinander. Niemand muss alles können. Aber wir wünschen uns Kolleginnen und Kollegen, die bereit sind, über das eigene Fach hinauszuschauen und sich auf eine Pädagogik einzulassen, die den ganzen Menschen in den Blick nimmt.
