ComeArts
(Fort-)Bildungskonzepte und Materialien zum Thema KI und Machine Learning im Kunstunterricht
Im Rahmen des Forschungsprojekts ComeArts entwickelt das Institut für Kunst der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (Fort-)Bildungskonzepte und Materialien zum Thema KI und Machine Learning im Kunstunterricht. Der Standort bietet dazu kollaborative Workshops für (angehende) Kunstlehrpersonen, Kunstvermittler:innen, Multiplikator:innen, Forschende und Studierende an.
In Kooperation mit der Universität zu Köln entsteht darüber hinaus ein modulares Fortbildungskonzept zum Thema „Postdigitale Kulturen“, welches in den aktuellen, kunstpädagogischen Diskurs um den Begriff der Postdigitalität einführt und Perpektiven für eine zeitgemäße Medienbildung im Kunstunterricht vermittelt.
Beide Standorte sind Teil des Community Networks „ComeNet Kunst“ in der BMBF-Förderung ComeArts "fortbilden durch vernetzen – vernetzen durch fortbilden" im Kompetenzverbund lernen:digital.
Über das Projekt
Unsere Forschung folgt einem Design-Based-Research-Ansatz u.a. nach Reinmann (2020). Hier sind Explorations-, Entwicklungs-, Erprobungs- und Evaluationsphasen eng miteinander verknüpft und wechseln sich zyklisch ab.
Prototypische Materialien und Workshopkonzepte werden gemeinsam mit Fachpersonen aus (Schul-)Praxis, Lehre, Forschung sowie Aus-/ Fortbildung erprobt. Die Worklabs bieten einen möglichst freien, explorativen Raum für professionellen Austausch und kollegiale Zusammenarbeit. Teilnehmende testen und reflektieren gemeinsam Materialien und entwickeln anhand ausgewählter Impulse aus Kunst, Theorie und Alltag kollaborativ Ideen für die eigene Unterrichtspraxis. Des Weiteren führen wir Expert:innengesprächen zur prozessbegleitenden Beratung und Evaluation durch und entwickeln die Konzepte so iterativ weiter.
Die Ergebnisse fließen in offene Bildungsmaterialien (OER) ein und werden über WirLernenOnline und weitere Plattformen für kostenlose (Fort-)Bildungsmaterialien veröffentlicht.
Ziel des Projekts ist die Entwicklung von Fortbildungskonzepten zur Förderung diversitätssensibler sowie digitalisierungs- und digitalitätsbezogener (D3-)Kompetenzen von angehenden und praktizierenden Kunstlehrpersonen. Im Fokus stehen die Vermittlung von Data, Algorithmic und AI Literacy im Kunstunterricht sowie die Integration diversitätssensibler und diskriminierungskritischer Perspektiven in die fachbezogene Medienbildung. Darüber hinaus sollen interdisziplinäre Netzwerke aufgebaut und erprobt werden, um den nachhaltigen Transfer zwischen Wissenschaft, Lehrer*innenbildung und schulischer Praxis zu stärken.
Module/ Worklabs
Jedes Modul enthält ein fertiges Unterrichtskonzept (zur gemeinschaftlichen Erprobung und Reflexion); ein Impulskartenset (mit künstlerischen Positionen, Wortkarten, Alltagsbeispielen und Übungen); ein Nutzungskonzept (mit Empfehlungen für deren flexiblen Einsatz in unterschiedlichen (Fort-)Bildungskontexten).
Das erste Modul konzentriert sich auf den Input maschineller Lernsysteme – auf die Daten und Metadaten, die wir (nicht) erheben, sowie auf den Umgang mit Datensets. Die künstlerischen Positionen in diesem Set reflektieren und kritisieren das Zusammenspiel von Datafizierung, Klassifizierung und Diskriminierung sowie die Folgen algorithmischer Voreingenommenheit in einer Welt, in der Algorithmen, maschinelles Lernen und KI zunehmend unsere (gemeinsamen) Erfahrungen online wie offline prägen. Im Fokus steht also eine fachlich-informierte Vermittlung grundlegender Kenntnisse & Fähigkeiten einer Data Literacy, wie sie z.B. vom Data Literacy Charta (2021) gefordert wird.
Erste Durchführung/Probing: 23.02.2024 – ComeArts Worklab #1 @zkm)
Das zweite Modul beschäftigt sich mit dem „Erkennen“ von Mustern durch algorithmische Systeme und möglichen Auswirkungen algorithmischer Entscheidungsfindung, z.B. von Gesichtserkennungssoftware. Es verhandelt das Verhältnis von Imagination und Irrtum, Wirklichkeit und Simulation sowie Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit vor dem Hintergrund dieser neuen technologischen Möglichkeiten und immer schon existierenden Fragen des Faches Kunst neu.
Erste Durchführung/Probing: ComeArts Worklab #2 @phka
Im dritten Modul wird die gestalterische Methode des Zine-Making herangezogen, um die materiellen und menschlichen Komponenten von KI-Systemen aufzuspüren, nachzuzeichnen und gemeinsam künstlerisch zu erforschen. Dieser Baustein vermittelt zudem auch die Auswirkungen von KI-Systemen, deren Entwicklung und Betrieb z.B. auf das globale Klima und bezieht so BNE-Ziele in die künstlerische Bildung mit ein.
Erste Durchführung/Probing: ComeArts Worklab #3 x internet teapot
Weitere Informationen
Laufzeit: 07.2023–28.02.2026
Webseiten: Projektseite Verbund ComeArts, Projektseite lernen.digital
Kooperationspartner:innen/ Unterstützer:innen: Mitwirkende Partner:innen u.a. an der Universität zu Köln, Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, Universität Bielefeld, Universität Duisburg-Essen, FAU Erlangen-Nürnberg, Leuphana Universität Lüneburg, WWU Münster.
Projektteam/ Kontakt: Prof. Dr. Konstanze Schütze & Anja Lomparski, Pädagogische Hochschule Karlsruhe