Audience Development
Nicht-Besuchenden-Forschung
Im Seminar Audience Development dreht sich alles rund ums Publikum: Wer besucht Kultureinrichtungen aus welchem Grund und wer nicht? Wer hat Zugang zu kultureller Bildung und wer hat grundsätzlich weniger Teilhabe-Chancen? Viele Kultureinrichtungen wissen sehr genau über die soziodemographische Struktur ihres Stammpublikums Bescheid. Große Fragezeichen hingegen bestehen, wenn bestimmte Altersgruppen oder Communities die Kulturangebote nicht wahrnehmen. Hier setzt das Forschungs-Seminar Audience Development an. In Kooperation mit wechselnden Kultureinrichtungen und Kulturinitiativen führen Studierende sogenannte Nicht-Besuchenden-Befragungen durch. Dabei suchen sie ungewöhnliche Orte auf und fragen Menschen konkret nach ihren Freizeitinteressen, ihren Einstellungen zu Kultur und ihren Wünschen. Von ihren Forschungsimpulsen leiten sie innovative Vermittlungsansätze ab und entwickeln unkonventionelle Handlungsempfehlungen.
Über das Projekt
Das Seminar Audience Development ist als Lehrprojekt forschenden Lernens konzipiert. Studierende erlangen zunächst ein Grundverständnis für aktuelle Herausforderungen von Kultureinrichtungen in Hinblick auf ein immer älter werdendes und teilweise schwindendes Kulturpublikum. Audience-Development lernen sie als Ansatz einer ganzheitlichen Besucherorientierung kennen, der eine dauerhafte Beziehungsarbeit mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen anstrebt und das Ziel verfolgt, mehr Menschen unserer heterogenen Gesellschaft kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.
Im Rahmen des Forschungsprojektes durchlaufen die Studierenden die ersten drei Schritte eines Audience Development-Prozesses. Sie lernen methodische Ansätze der Nicht-Besuchenden-Forschung kennen und erproben diese in Kleingruppen im Rahmen einer eigenen Nicht-Besuchenden-Befragungen. Sie werten diese aus und interpretieren und kontextualisieren die erhobenen Daten vor dem Hintergrund der zuvor recherchierten Publikumsproblematik der kooperierenden Kulturinstitution. Schließlich leiten sie davon eigenständig neue Kulturvermittlungsprogramme ab und präsentieren und diskutieren ihre Handlungsempfehlungen mit der kooperierenden Kulturinstitution. Dadurch wird eine große Praxisnähe erreicht, die die Ernsthaftigkeit und Relevanz der Forschungsprojekte herausstellt. Die Studierenden erlangen im Verlauf des Seminars Methodenkompetenz in empirischen Forschungsmethoden und lernen die Bedeutung von Audience Development für die Kulturarbeit kennen.
Studierenden-Forschungsprojekte
Weitere Informationen
Kooperationspartner:innen
Dr. Nora Wegner / Kulturevaluation Wegner Karlsruhe
https://www.kulturevaluation-wegner.de/
Carolin Baumann / Institut für empirische Bildungsforschung der PH Karlsruhe
Projektteam/Kontakt: Dr. Katrin Schwarz, MA Kulturvermittlung