Vierlande

Hermann Haase: Aquarelle mit Motiven aus den Vierlanden, Vierlande bei Hamburg, Deutschland, um 1900.
Mit freundlicher Genehmigung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg

Justus Brinckmann interessierte sich nicht nur für „fremde“ Kulturen. Angesichts der massiven Urbanisierungs- und Modernisierungswellen zur Jahrhundertwende wurde es ihm zur Herzensangelegenheit, die vorm Aussterben bedrohte traditionelle Kultur des Hamburger Umlands zu dokumentieren. Insbesondere die Vierlande hatte es ihm angetan. So legte er mit beträchtlichem Engagement nicht nur eine stattliche Sammlung von Vierländer Schränken, Truhen und Trachten an. Er beauftragte auch den hauseigenen Zeichner Hermann Haase, einen äußerst gewissenhaften Aquarellisten, die materielle Kultur der Vierlande im Bild festzuhalten. Ähnlich emsig wie heute ein Tourist mit seinem Smartphone, aquarellierte Haase so ziemlich alles, was sich aquarellieren ließ: Menschen, Tücher, Zöpfe, Stoffmuster, Dielen, Schränke, Wiesen, Weiden und so weiter. Von den tausenden Blättern, die Haase hinterließ, zeigen wir nur eine kleine Auswahl.