Damenmantel von Alexander McQueen

Alexander McQueen, Damenmantel, London, England, Pre-Fall 2009. Wollstoff, gewalkt, gerauht, (75% Wolle, 25% Kaschmir), gemustertes Seidengewebe, Seidenchiffon.
Mit freundlicher Genehmigung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg

Den strengen Schnitt und grünen Filz entlehnt dieser Damenmantel einer englischen Militäruniform. Dazu kommt die raffinierte Verdrehung von Außen und Innen: das Futter quillt heraus wie Eingeweide und auch der Besatz mit persisch-indischem Muster gehört eigentlich nach innen. Eigentlich.
Alexander McQueen greift für seine Mode in die koloniale Schatzkiste. Das britische Imperium verfügte in seiner besten Zeit über rund ein Viertel der Erdoberfläche, darunter die indische Halbinsel. Und auch wenn sich dieses Imperium nach dem Zweiten Weltkrieg offiziell auflöste, führte es ein inoffizielles Nachleben, etwa in den Londoner Clubs der 1980er Jahre. Diese Clubs waren Orte des postkolonialen und multikulturellen Stelldicheins. Hier ließ sich ein McQueen inspirieren.