tsuba ordnen

Team

Esther Pilkington (Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder))
Leif Reader (Erich Kästner Schule Hamburg)
Ulrich Schötker (Erich Kästner Schule Hamburg)
Wibke Schrape (Sammlungsleiterin Ostasien, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg)

Durchbrochen, Samurai, Glänzend

Das Museum für Kunst und Gewerbe besitzt eine riesige tsuba-Sammlung, eine der wichtigsten außerhalb Japans. Tsuba, das sind die Stichblätter der japanischen Samuraischwerter, die zwischen Klinge und Griff befestigt wurden, um die Hände der Kämpfer vor einem Abrutschen auf die Klinge zu schützen. Nachdem 1876 das Tragen von Schwertern in Japan gesetzlich verboten wurde, begann das MKG, tsuba zu sammeln. Vorerst wurden die Stichblätter motivisch geordnet ausgestellt, dann folgte eine entwicklungsgeschichtliche Präsentation.

Nur wenige der über 2000 tsuba, die zur Sammlung gehören, sind heute in der Dauerausstellung zu sehen. Der große Rest liegt – nach Schulen und Produktionszentren geordnet – in Schubladenschränken auf dem Dachboden.

Wie lässt sich aus diesen 2000 tsuba eine sinnvolle Auswahl treffen? Und wie sollte sie gezeigt werden? Vor diese Aufgabe gestellt, hat das Projektteam von »Mobile Welten« bei den Dingforscher_innen Unterstützung gesucht. Leif Raeder, Schüler der 7. Klasse an der Erich Kästner Schule Hamburg und Dingforscher, interessiert sich sehr für Samurai und besitzt nach zwei Jahren Dingforschung zudem die nötige Expertise für Formen der Ordnung.

Leif schlug eine Ordnung vor: die 100 tsubas, die er bei mehreren Depotbesuchen für die Ausstellung ausgewählt hat, lassen sich in folgende Kategorien einteilen:  Durchbrochen, Schwarz, Glänzend, Spinnen, Bunt, Hohes Alter, Samurai, Besonderes Material, Gold. Diese Kategorien, die die Art der Verarbeitung, die Farbe, das Alter, die Motive, das Material und die Oberflächenbehandlung gleichermaßen beleuchten, verraten viel mehr als ein einheitliches Ordnungssystem. Und sie erzählen damit nicht nur etwas über tsuba, sondern auch über das Ordnen selbst.