{"id":4623,"date":"2024-03-13T09:09:32","date_gmt":"2024-03-13T08:09:32","guid":{"rendered":"https:\/\/athleten-deutschland.org\/?p=4623"},"modified":"2024-03-13T09:09:32","modified_gmt":"2024-03-13T08:09:32","slug":"anhoerung-im-sportausschuss-des-deutschen-bundestages-arbeitsplan-gleichstellung-als-teil-einer-ganzheitlichen-nationalen-spitzensportstrategie-fuer-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/anhoerung-im-sportausschuss-des-deutschen-bundestages-arbeitsplan-gleichstellung-als-teil-einer-ganzheitlichen-nationalen-spitzensportstrategie-fuer-deutschland\/","title":{"rendered":"Anh\u00f6rung im Sportausschuss des Deutschen Bundestages Arbeitsplan \u201eGleichstellung\u201c als Teil einer ganzheitlichen \u201eNationalen Spitzensportstrategie f\u00fcr Deutschland\u201c"},"content":{"rendered":"<h1><a name=\"_Toc120575505\"><\/a><strong>1. Einleitung und allgemeine Bemerkungen<\/strong><\/h1>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Namen der f\u00fcr Deutschland startenden Athlet*innen bedanken wir uns f\u00fcr die erneute Einladung in den Sportausschuss des Deutschen Bundestages anl\u00e4sslich der <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/ausschuesse\/a05_sport\/anhoerungen\/992258-992258\">Anh\u00f6rung<\/a> \u201e<em>Wege zu mehr Teilhabe und Gleichstellung von weiblichen Profis und Spitzensportlerinnen<\/em>\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Athleten Deutschland setzt sich seit 2017 f\u00fcr ein Sportsystem ein, das Athlet*innen optimale Rahmenbe\u00addingungen f\u00fcr ihre sportliche und pers\u00f6nliche Entfaltung bietet und sie als Menschen achtet. Das bedeutet f\u00fcr uns auch, gleiche Verwirklichungschancen f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner im deutschen Spitzensport zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unter dieser Pr\u00e4misse starteten wir 2020 unser <a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/wp-content\/uploads\/Bericht-Athletinnen-D-Anti-Rassismus-Mai-2021.pdf\">Projekt \u201eAthletinnen D\u201c<\/a>. In qualitativen Inter\u00adviews sprachen wir mit \u00fcber 26 Athletinnen, befragten Expert*innen und recherchierten. Die Ergebnisse des Projekts waren alarmierend. Sie zeigten deutlich, dass der Weg zu gleichen Verwirklichungschancen im deutschen Spitzensport noch weit ist. Die Sportlerinnen berichte\u00adten von Sexismus und sexualisierter Gewalt im Spitzensport, von fehlenden trainingswissen\u00adschaftlichen Studien mit weiblichen Probanden, von mangelnder sportmedizinischer Betreu\u00adung, von der Unvereinbarkeit von Spitzensport und Familienplanung, \u2013 kurzum: Die von uns be\u00adfragten Sportlerinnen erfuhren im Laufe ihrer Spitzensportkarriere unterschiedlichste Formen von Diskriminierung und Benachteiligung aufgrund ihres Geschlechts.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Basierend auf diesen Ergebnissen und weiterf\u00fchrenden Recherchen <a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/einsatz-fuer-frauen-athleten-deutschland-stellt-gleichstellungsziele-vor\/\">formulierten<\/a> wir 2021 Gleichstellungsziele, die wir im Mai 2021 in einer <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/841660\/032db3c27f5f2bf4404dce5974ef75ab\/75-TO.pdf\">Anh\u00f6rung im Sportausschuss<\/a> vorstellen durf\u00adten. Folgende vier Themenschwerpunkte nahmen wir dabei in den Blick:<\/p>\n<ol>\n<li>Sexismus und sexualisierte Gewalt (\u201eSafe Sport\u201c, s.u. Abschnitt 3),<\/li>\n<li>Medienpr\u00e4senz und geschlechtergerechte Darstellung (s.u. Abschnitt 4),<\/li>\n<li>Vereinbarkeit von Familienplanung und Spitzensport (s.u. Abschnitt 5), sowie<\/li>\n<li>Geschlechtsspezifisches Training und (sport-)medizinische Betreuung (s.u. Abschnitt 6).<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir m\u00f6chten die erneute Befassung des Sportausschusses im Deutschen Bundestag mit dem Thema nutzen, um Sensibilit\u00e4t f\u00fcr die Herausforderungen in den oben genannten Bereichen zu schaffen, Entwick\u00adlungen zu skizzieren und nicht zuletzt Handlungsbedarfe f\u00fcr den organisierten Sport und die Politik hervorzuheben. Wir sind zuversichtlich, dass durch die gr\u00fcndliche Auseinandersetzung des Ausschusses mit Gleichstel\u00adlungsfragen weitere Weichenstellungen f\u00fcr die Zukunft des Spitzensports eingeleitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h1><strong>2. Notwendigkeit eines strategischen Ansatzes im Handlungsfeld<\/strong><\/h1>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Seit der letzten Anh\u00f6rung 2021 konnten wir gemeinsam mit anderen Akteuren im Spitzensport in einigen Bereichen bereits Verbesserungen f\u00fcr die Sportlerinnen erwirken. Doch liegt das Ziel der Gleichberechti\u00adgung nach wie vor in weiter Ferne. Wenngleich sich unserer Einsch\u00e4tzung nach viele Akteure zu Gleichstellungszielen bekennen und in der Tat Bewegung im Themenfeld ist, so bleibt die F\u00f6rderung von Frauen im deut\u00adschen (Spit\u00adzen-)Sport weitgehend fragmentiert und nicht selten im Ungef\u00e4hren.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Beispielsweise ist das Thema Gleichstellung im Spitzensport kein gesonderter Themen- und Arbeitsstrang der aktuell laufenden Spitzensportreform, obwohl im derzeitigen <a href=\"https:\/\/table.media\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/03192406\/SpoFoeG.pdf\">Referentenentwurf zum Sportf\u00f6rdergesetz<\/a> explizit die Gleichstellungsziele der deutschen Spitzensportf\u00f6rderung hervorgehoben werden. Schlussendlich mangelt es an einer nachvollziehbaren strategischen Ausrichtung mit aufeinander abgestimmten Ma\u00df\u00adnahmen und messbaren (Erfolgs-)Indikatoren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bereits seit vergangenem Jahr <a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/wp-content\/uploads\/AD_PM_Feinkonzept-Spitzensportreform_150923.pdf\">pl\u00e4dieren wir daf\u00fcr<\/a>, die deutsche Spitzensportf\u00f6rderung in ein koh\u00e4rentes strategisches Rahmenwerk zu gie\u00dfen \u2013 in Form einer bislang fehlenden \u201eNationalen Spitzensportstrategie f\u00fcr Deutschland\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Diese soll die derzeitigen Reformstr\u00e4nge der Spitzensportpolitik (u.a. Spitzensportreform und Leistungssportagentur, Zentrum f\u00fcr Safe Sport, Nationale Strategie Sportgro\u00dfveranstaltungen, Olympiabewerbung, Zieldebatte) als \u201ePuzzlest\u00fccke\u201c zusammenf\u00fchren und das unzul\u00e4nglich koordinierende Neben- und Durcheinander von Prozessen beenden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ist Gleichstellung explizites Ziel der deutschen Spitzensportf\u00f6rderung \u2013 aus unserer Sicht muss sie dies unbedingt sein \u2013 so w\u00e4re jeder Aspekt der F\u00f6rderstrategie auf sinnvolle Gleichstellungserfordernisse zu pr\u00fcfen und mit entsprechenden Ma\u00dfnahmen zu untersetzen. Diese k\u00f6nnen von Schutz- und Absicherungsma\u00dfnahmen f\u00fcr Athletinnen \u00fcber die individualisierte Ausgestaltung des Trainingsalltags, der Umfeldbedingungen und der F\u00f6rderbiografie bis hin zur systematischen Schlie\u00dfung der Gender Data Gap in der Wissenschaft oder der gezielten (medialen) Sichtbar- und Erfahrbarmachung des Frauensports reichen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Folgende Ma\u00dfnahmenpakete, die sich u.a. aus den unten geschilderten Handlungsbereichen ableiten lassen, sollten beispielhaft im Rahmen eines solche strategischen Ansatzes als Arbeitsplan zur Gleichstellung von Athletinnen im Spitzensport ber\u00fccksichtigt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>die ausk\u00f6mmliche Finanzierung von Unterst\u00fctzungs- und Beratungsangeboten f\u00fcr Betroffene von in\u00adterpersonaler Gewalt und (geschlechtsspezifischer) Diskriminierung sicherstellen,<\/li>\n<li>eine strategische Zusammenf\u00fchrung und ganzheitliche Bearbeitung von Integrit\u00e4ts- und Menschenrechtsrisiken erm\u00f6glichen, unter der auch Gleichstellungsziele subsumiert werden k\u00f6nnen,<\/li>\n<li>die Erf\u00fcllung von o.g. Sorgfaltspflichten zur Wahrung von Menschenrechts- und Integrit\u00e4ts\u00adstandards als bindende F\u00f6rdervoraussetzung f\u00fcr Verb\u00e4nde festschreiben,<\/li>\n<li>Frauensport deutlich sicht- und erfahrbarer machen, auch durch ad\u00e4quate Inszenierung,<\/li>\n<li>\u00f6konomische Teilhabe, explizit f\u00fcr Athletinnen, an den Wertsch\u00f6pfungsketten ihres Sports vorantreiben,<\/li>\n<li>Mechanismen zur sozialen Absicherung von Athletinnen und M\u00f6glichkeiten der individu\u00adalisierten, familienfreundlichen Umfeldgestaltung erm\u00f6glichen,<\/li>\n<li>Regelwerke von Verb\u00e4nden systematisch auf (geschlechtsspezifisches) Diskriminierungspotenzial \u00fcberpr\u00fcfen, etwa im Bereich der Kleidungsvorschriften,<\/li>\n<li>durch systematische Forschungsf\u00f6rderung die Gender Data Gap schlie\u00dfen,<\/li>\n<li>verpflichtende und messbare Qualifizierungsma\u00dfnahmen, u.a. zu geschlechtsspezifischem Training, f\u00fcr Leistungssportpersonal und Trainer*innen umfassen,<\/li>\n<li>strategische Kommunikation und Sensibilisierung im Spitzensportsystem zu Gleichstel\u00adlung gew\u00e4hrleisten,<\/li>\n<li>den Netzwerkaufbau zwischen Athletinnen und Beratungsangebote, etwa zu geschlechtsspezifischem Training und sportmedizinischer Betreuung, f\u00f6rdern, sowie<\/li>\n<li>eine Umsetzung der parit\u00e4tischen Angleichung von Funktion\u00e4rinnen bzw. Funktionstr\u00e4\u00adgerinnen im System vorantreiben, mit der mittelbar ein ad\u00e4quaterer Umgang mit den o.g. Schwerpunktthemen einhergehen kann.<\/li>\n<\/ul>\n<h1><strong>3. Safe Sport<\/strong><\/h1>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Athletinnen sind signifikant h\u00e4ufiger von sexualisierter Gewalt betroffen als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen. Das belegen u.a. die Ergebnisse der <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/838336\/6ae875244fce036753edf128c56674a7\/20210505-Studie-Safe-Sports-data.pdf\">Safe Sport Studie<\/a> (2016), in deren Rahmen 48% der weiblichen Befragten angaben, Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt gemacht zu haben &#8211; gegen\u00fcber 23% bei den m\u00e4nnlichen Befragten.<a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Fast die H\u00e4lfte der von uns befragten Sportlerinnen berichteten von einmaligen oder sogar mehrmaligen F\u00e4llen selbst erfahrener oder beobachteter sexualisierter Gewalt haupts\u00e4chlich durch m\u00e4nnliche Trainer. Die Athletinnen beschrieben ein Ausgeliefertsein, bzw. eine Abh\u00e4n\u00adgigkeit von den Kompetenzen dieser Trainer, sodass \u00dcbergriffe l\u00e4nger &#8220;ausgehalten&#8221; oder ge\u00adduldet werden. Auch Erfahrungen von sexistischen Spr\u00fcchen sind f\u00fcr die Mehrheit der Befrag\u00adten an der Tagesordnung, sowohl durch Trainer als auch durch Fans, m\u00e4nnliche Kollegen oder m\u00e4nnliche Funktion\u00e4re. Es mangele an unabh\u00e4ngigen Anlaufstellen, um diese Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt zu melden. Meldungen blieben folgenlos oder h\u00e4tten sogar negative Aus\u00adwirkungen auf die Betroffenen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Entwicklungen im Themenfeld<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seit der letzten Anh\u00f6rung zum Thema &#8220;Physische, psychische oder sexualisierte Gewalt gegen Sportlerinnen und Sportler&#8221; haben weitere Studien \u00e4hnliche Befunde zu Tage gebracht. Aus dem <a href=\"https:\/\/www.dshs-koeln.de\/fileadmin\/redaktion\/Aktuelles\/Meldungen_und_Pressemitteilungen\/2022_PDFs_PM\/Bericht_SicherImSport.pdf\">Forschungsprojekt SicherImSport<\/a> (2022) geht hervor, dass 77% von Frauen in der Breite des organisierten Vereinssports sich (sexualisierten) Grenzverletzungen, Bel\u00e4stigungen oder Gewalt ausgesetzt sehen. Ebenso verdeutlicht eine <a href=\"https:\/\/www.aufarbeitungskommission.de\/wp-content\/uploads\/Sexueller-Kindesmissbrauch-Kontext-Sport_Studie_Aufarbeitungskommission_bf.pdf\">Studie<\/a> der Unabh\u00e4ngigen Kommission zur Aufarbeitung sexu\u00adellen Kindesmissbrauchs (UKASK), wie schwer sexualisierte Gewalt- und Missbrauchser\u00adfahrungen betroffene Athletinnen langfris\u00adtig belasten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Ergebnisse unserer Interviewreihe sowie der Studienlage waren f\u00fcr uns Anlass genug die Einrichtung einer unabh\u00e4ngigen, vertrauensw\u00fcrdigen und kompetenten An\u00adlaufstelle f\u00fcr Be\u00adtroffene von Gewalt und Missbrauch zu fordern und schlie\u00dflich selbst umzusetzen. Seit Mai 2022 bieten wir Betroffenen von physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt im Spitzen\u00adsport mit <a href=\"https:\/\/www.anlauf-gegen-gewalt.org\/\">\u201eAnlauf gegen Gewalt\u201c<\/a> eine solche Anlauf\u00adstelle. \u201eAnlauf gegen Gewalt\u201c ist unabh\u00e4ngig vom Sport und bietet rechtliche und psychothe\u00adrapeutische Erstberatung sowie eine l\u00e4ngerfris\u00adtige Fallbeglei\u00adtung an.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bei Betroffenen und ihren Unterst\u00fctzer*innen wird\u00a0\u201eAnlauf gegen Gewalt\u201c\u00a0daher als ernstzu\u00adnehmende Al\u00adternative zu sportinternen Strukturen wahrgenommen. Das Angebot ver\u00adzeichnete im ersten Jahr 153 Anfragen ratsuchender Personen und steht weiterhin allen betroffenen Ka\u00adderathlet*innen zur Verf\u00fcgung. Die wissenschaftliche Begleitung der Anlaufstelle durch das Heidelberger Institut f\u00fcr Sozial- und Verhaltenswissenschaften <a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/wp-content\/uploads\/Jahersbericht-Anlauf-gegen-Gewalt.-Fin.pdf\">zeigte<\/a>, dass etwa vier F\u00fcnftel (77,8%) der Ratsuchenden von Gewalt und Missbrauch an M\u00e4dchen und Frauen berichten. In diesem Zusammenhang verweisen Betroffene auf eine \u201eKultur der Dominanz\u201c und Abh\u00e4ngig\u00adkeitsverh\u00e4ltnisse, die eine besondere Verletzlichkeit von M\u00e4dchen und Frauen bedingen und die Aufdeckung von F\u00e4llen verhindern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Seit Juli 2023 <\/em><a href=\"https:\/\/www.ansprechstelle-safe-sport.de\/\">bietet<\/a><em> auch die von Bund und L\u00e4ndern finanzierte <\/em><em>\u201e<\/em><em>Unabh\u00e4ngige Ansprechstelle f\u00fcr Betroffene sexualisierter, psychischer und physischer Gewalt im Sport\u00a0des Safe Sport e.V.<\/em><em>\u201c<\/em> auf verschiedenen Wegen psychologische und\/oder juristische Erstberatung an. Somit erhalten auch Betroffene aus dem Breitensport bei Gewalt- und Missbrauchserfahrungen ein unabh\u00e4n\u00adgiges Hilfsangebot. Die Gr\u00fcndung des Vereins markiert einen bedeutenden Fortschritt f\u00fcr einen besseren Schutz im und beim Sport und greift unsere Forderung nach unabh\u00e4ngigen Hilfsange\u00adboten auf.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Parallel machen wir uns f\u00fcr strukturellen Wandel in Form eines Zentrums f\u00fcr Safe Sport f\u00fcr den Schutz vor Gewalt und Missbrauch stark. Nach unse\u00adrem\u00a0<a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/wp-content\/uploads\/Anregungen-fuer-ein-Unabhaengiges-Zentrum-fuer-Safe-Sport-Athleten-Deutschland-Februar-2021.pdf\">Impulspapier<\/a> im Jahr 2021 wurde der Aufbau des Zentrums im Koalitionsvertrag der Bundesregierung verankert. Es freut uns beson\u00adders, dass der Bundeshaushalt f\u00fcr 2024 Mittel in H\u00f6he von\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sabine-poschmann.de\/pressemitteilung-sporthaushalt-bleibt-stabil-kuerzungen-werden-ausgeglichen\/\">1,25 Millionen<\/a>\u00a0f\u00fcr das Zentrum f\u00fcr Safe Sport vorsieht.\u00a0Dies ist ein deutliches Signal an alle Betroffe\u00adnen und alle Menschen im Sport, dass ihr Schutz und ihre k\u00f6rperliche Unversehrtheit im Brei\u00adten- wie im Spitzensport hohe Priorit\u00e4t haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mittlerweile steht nach einem umfassenden Stakeholderprozess des Bun\u00addesministeriums des Innern und f\u00fcr Heimat eine <a href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/downloads\/DE\/veroeffentlichungen\/themen\/sport\/roadmap-zentrum-safe-sport.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=5\">Roadmap<\/a>f\u00fcr den Aufbau fest. In diesen Prozess haben wir uns in den vergangenen Mo\u00adnaten intensiv mit mehreren Ver\u00adtreterinnen und Vertretern eingebracht \u2013 als Teil\u00adnehmende und Vortragende an Plenums- und AG-Sitzungen des Prozesses sowie als Mitglieder des Vorbereitungsteams f\u00fcr die Plenumssitzungen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dabei sind zahlreiche Fragen aufgekommen, insbesondere rechtlicher und organisatorischer Natur, der wir uns gemeinsam mit dem DOSB durch die Beauf\u00adtragung eines Rechtsgutachtens <a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/wp-content\/uploads\/AD_Oeffentlichkeitskommunikation_ZfSS_Gutachten-ASD_20231220.pdf\">angenommen haben<\/a>. Der inhaltliche Fokus des Projekts liegt auf der Erstellung eines \u201eSafe Sport Codes\u201c (SSC) mit materiellem und prozessualem Teil (1) sowie der Beantwortung von Fra\u00adgen zur organisatorischen Ausgestaltung des Zentrums (2) und zum Anwendungsbereich und Implementierung des SSC (3). Die fina\u00adlen Ergebnisse k\u00f6nnen den weiteren Aufbau und die Aus\u00adgestaltung des Zentrums f\u00fcr Safe Sport idealerweise bereichern, um eine m\u00f6glichst effektive und rechtlich abgesicherte Wahr\u00adnehmung der ihm zugeschriebenen Aufgaben sicherzustellen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Gutachten soll im M\u00e4rz finali\u00adsiert und \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich werden. In den kommenden Mo\u00adnaten und Jahren wer\u00adden wir die Folgeprozesse mit gleichbleibender In\u00adtensit\u00e4t und Energie begleiten, um im Sinne von Be\u00adtroffenen und unserer Mitglieder f\u00fcr ein op\u00adtimales Schutzsystem im Sport zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Athleten Deutschland begr\u00fc\u00dft dar\u00fcber hinaus, dass der DOSB mit der Verabschiedung einer <a href=\"https:\/\/cdn.dosb.de\/user_upload\/www.dosb.de\/uber_uns\/Menschenrechte\/DOSB-23004_Menschenrechts_Policy_WEB.pdf\">Menschenrechts-Policy<\/a> im November 2023 den n\u00e4chsten Schritt auf dem Weg zur Wahrneh\u00admung seiner menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten auf Basis der <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/blob\/266624\/b51c16faf1b3424d7efa060e8aaa8130\/un-leitprinzipien-de-data.pdf\">UN-Leitprinzipien f\u00fcr Wirt\u00adschaft und Menschenrechte<\/a> vollzogen hat. Damit geht er als weltweiter Vorreiter mit gutem Beispiel voran und setzt neue Ma\u00dfst\u00e4be im Themenfeld Sport und Menschenrechte. Zu den zentralen Handlungsfeldern der Policy mit Bez\u00fcgen zur Gleichstellung von Athletinnen z\u00e4hlen u.a. der Schutz vor interpersonaler Gewalt als auch die Bek\u00e4mpfung von Diskriminierung<em>. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dar\u00fcber hinaus <a href=\"https:\/\/static-dsj-de.s3.amazonaws.com\/Publikationen\/PDF\/ZukunftsplanSafeSport_202312_final_digital.pdf\">verfolgen<\/a> DOSB und dsj mit dem Zukunftsplan Safe Sport ei\u00adne nachhaltige Ge\u00adsamtstrategie zum Schutz vor Gewalt in Sportverb\u00e4nden und -vereinen. Diese soll die strategi\u00adsche Handlungsf\u00e4higkeit des organisierten Sports im Handlungsfeld Safe Sport st\u00e4rken. Als unabh\u00e4ngige Athletenvertretung bedanken wir uns bei DOSB und dsj f\u00fcr die M\u00f6glichkeit zur Mitwirkung an den Aushandlungsformaten zur Erarbeitung dieser strategischen Grundlagendo\u00adkumente. Unser Augenmerk wird nun auf der Umsetzung der beschlossenen Ma\u00dfnah\u00admen liegen, die wir im Sinne der Athlet*innen weiterhin begleiten werden.<\/p>\n<h1><strong>4. Medienpr\u00e4senz und geschlechtergerechte Darstellung <\/strong><\/h1>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sportlerinnen sind in der medialen Berichterstattung stark unterrepr\u00e4sentiert. Verschiedene Studien beziffern den Anteil der Berichterstattung \u00fcber Frauensport auf 10% bis 15%.<a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Eine In\u00adhaltsanalyse der Berichterstattung in den deutschen Hauptnachrichtensendungen kam 2018 zu dem Ergebnis, dass sich zwischen 82% und 100% der wettkampfbezogenen Sportmeldungen in den Abendnachrichten auf M\u00e4nnersport bez\u00f6gen.<a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Die Sportberichterstattung, so die Wissen\u00adschaftlerinnen Rulofs und Tews, weise \u201eSportlerinnen insbesondere in der Tagespresse den Status der Zweitrangigkeit und des abweichenden Anderen zu\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Dies h\u00e4nge auch mit bildlichen und sprachlichen Darstellungen zusammen, die nach wie vor den Sport von M\u00e4nnern privilegier\u00adten und den Sport als Ganzes damit als M\u00e4nnerdom\u00e4ne verfestigten.<a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die von Athleten Deutschland befragten Athletinnen nehmen die eigene mediale Unterrepr\u00e4\u00adsentanz durchaus wahr. Fast die H\u00e4lfte der Befragten gab an, innerhalb der eigenen Sportart erf\u00fchren Frauen geringere mediale Aufmerksamkeit als die M\u00e4nner. Zus\u00e4tzlich wurden schlech\u00adtere Sendezeiten und einseitige Kameraf\u00fchrung als Probleme benannt. Frauensport erreiche deshalb weniger Menschen und erscheine weniger eindrucksvoll in der Darstellung. Ein weite\u00adres Thema, das von einigen Befragten genannt und als besonders unangenehm hervorgehoben wurde, ist die im Vergleich zu den M\u00e4nnern st\u00e4rker sexualisierte sowie sensationslustige Dar\u00adstellung von Athletinnen in den Medien: Berichterstattung und Kameraf\u00fchrung thematisierten mehr die Kleidung, die K\u00f6rper oder das Privatleben der Frauen als ihre sportlichen Leistungen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Unterrepr\u00e4sentanz der Sportlerinnen in der medialen Berichterstattung erachten wir als eine entscheidende H\u00fcrde zur Verwirklichung der Gleichstellung im Spitzensport. Die geringe Medienpr\u00e4senz des Frauensports wirkt sich nachteilig auf die Vermarktbarkeit und das Sponsoreninteresse aus. Geringere Einnahmen f\u00fchren dazu, dass manche Wettbewerbe f\u00fcr Frauen gar nicht oder in kleinerem Format ausgerichtet werden. Individuelle Sponsorenvertr\u00e4ge sind seltener und niedriger dotiert als im M\u00e4nnersport. Die marginale Berichterstattung setzt f\u00fcr Verb\u00e4nde und Vereine keinerlei Anreize, st\u00e4rker in die Aktivierung von Sponsoring zu investieren beziehungsweise die Veranstaltungen der Frauen attraktiver zu inszenieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Entwicklungen im Themenfeld<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Missverh\u00e4ltnis in der medialen Pr\u00e4senz und Darstellung bleibt nach wie vor ein erhebliches Hindernis f\u00fcr gleiche Verwirklichungschancen f\u00fcr Frauen und M\u00e4nnern im Spitzensport. Eine noch unver\u00f6ffentlichte Studie von Hartmann-Tews deutet auf einen r\u00fcckl\u00e4ufigen Trend in der Sportberichterstattung der deutschen Tagespresse \u00fcber die letzten 20 Jahre hin.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir beobachten seit unserer letzten Stellungnahme im Mai 2021 aber auch einen Aufschwung von Frauen im deutschen Sport, der uns vorsichtig optimistisch stimmt. Zu nennen ist bei\u00adspielsweise der Frauenfu\u00dfball: Seit 2021 <a href=\"https:\/\/www.klischeefrei-sport.de\/factsheets\/sichtbarkeit-in-den-medien\">verzeichnet<\/a> die Frauen-Bundesliga einen deutlichen Anstieg an Medienberichterstattung, Pressebeitr\u00e4gen und Interkationen in den sozialen Medi\u00aden. Das Finale der Frauenfu\u00dfball-Europameisterschaft <a href=\"https:\/\/www.daserste.de\/specials\/ueber-uns\/rekordquote-frauenfussball-em-finale100.html#:~:text=Das%20spannende%20EM%2DFinale%20am,120%20Minuten%2C%20in%20der%20Spitze\">generierte<\/a> 2022 mit 17,95 Millionen Zu\u00adschauer*innen sogar die h\u00f6chste TV-Reichweite in Deutschland. 2023 <a href=\"https:\/\/store.google.com\/intl\/de\/ideas\/articles\/fussball-mit-pixel\/\">schloss<\/a> die deutsche Frauen-Nationalmannschaft eine Partnerschaft mit Google, um die Sichtbarkeit und die Be\u00adrichterstattung \u00fcber den Frauenfu\u00dfball zu erh\u00f6hen. Seit der Saison 2023\/24 ist Google zudem auch <a href=\"https:\/\/www.dfb.de\/news\/detail\/google-pixel-neuer-namenspartner-der-frauen-bundesliga-ab-saison-20232024-251995\/\">Namenssponsor<\/a> der Frauen-Bundesliga.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch \u00fcber den Fu\u00dfball hinaus wird durch Forma\u00adte wie den Instagram-Kanal \u201eSportschau F\u201c (ehemals \u201efrauensport.inside\u201c) Frauen im Spitzen\u00adsport eine Plattform <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/sportschau_f\/\">geboten<\/a>. Trotz vereinzel\u00adter Lichtblicke <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/sport\/2023-06\/fussball-wm-der-frauen-2024-fifa-tv-rechte-streit\">zeigt<\/a> der Konflikt um die \u00dcbertra\u00adgungsrechte der Fu\u00dfball-WM 2023, dass noch ein langer Weg zu beschreiten ist, um eine An\u00adgleichung mit dem M\u00e4nnerfu\u00dfball zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In den kommenden Jahren werden abseits vom Fu\u00dfball verschiedene Sportgro\u00dfveranstaltun\u00adgen der Frauen in Deutschland stattfinden, die auf eine h\u00f6here mediale Aufmerksamkeit von Frauen im Spitzensport einzahlen k\u00f6nnen. Zu den H\u00f6hepunkten geh\u00f6ren die <a href=\"https:\/\/www.dhb.de\/de\/redaktionsbaum\/verband\/grosse-buehnen-fuer-die-frauen-wm-2025-\/\">Handball-Weltmeisterschaft 2025<\/a> in Deutschland und den Niederlanden sowie die <a href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/pressemitteilungen\/DE\/2023\/04\/fiba.html\">Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen 2026<\/a>. Diese Entwicklung ist ma\u00dfgeblich auf das engagierte Wir\u00adken des Bun\u00addesministeriums des Innern und f\u00fcr Heimat im Rahmen der <a href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/DE\/themen\/sport\/sportgrossveranstaltungen\/strategie\/strategie-sportgrossveranstaltungen-artikel.html\">Nationalen Strategie f\u00fcr Sportgro\u00dfveranstaltungen<\/a> sowie den Einsatz einiger Sportfachverb\u00e4nde f\u00fcr die verst\u00e4rkte F\u00f6r\u00adderung von Frauen im Spitzensport zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Insbesondere begr\u00fc\u00dfen wir ausdr\u00fccklich die Bestrebungen von Teamsport Deutschland, der Interessengemeinschaft der f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften (Profi-)Mannschaftssportverb\u00e4nde, die Entwicklung und Professionalisierung des \u201eFrauensports\u201c im Rahmen einer Strategie voran\u00adzutreiben. Dadurch setzen die Verb\u00e4nde neue Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr die Gleichstellung von Frauen im Sport und erf\u00fcllen damit nicht nur ihre gesellschaftliche Verant\u00adwortung, sondern gehen mit gutem Beispiel voran.<\/p>\n<h1><strong>5. Vereinbarkeit von Familienplanung und Spitzensport<\/strong><\/h1>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Ergebnisse unserer Befragung im Rahmen von Athletinnen D bez\u00fcglich der Vereinbarkeit von Familienplanung und Spitzen\u00adsport zeigen, dass die Mehrheit der Befragten bei der Verbin\u00addung von Kinderplanung und sportlicher Karriere gro\u00dfe bis derzeit un\u00fcberbr\u00fcckbare Herausfor\u00adderungen sieht. In den Gespr\u00e4chen zeigte sich bei vielen Sportlerinnen eine gro\u00dfe Unsicherheit hinsichtlich der Hal\u00adtung ihrer Verb\u00e4nde zum Sachverhalt Schwangerschaft bzw. Mutterschaft, sowie hinsichtlich ihres Kaderstatus und der damit verbundenen finanziellen Absicherung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Verbleib im Bun\u00addeskader trotz Schwanger- bzw. Mutterschaft basiert momentan auf den per\u00ads\u00f6nlichen Ent\u00adscheidungen von Trainer*innen und Sportdirektor*innen. Die <a href=\"https:\/\/www.sporthilfe.de\/ueber-uns\/medien\/pressemitteilungen\/deutsche-sporthilfe-ist-kooperationspartner-von-come-back-stronger-der-podcast\">Come-Back-Stronger F\u00f6rderung<\/a> der Sporthilfe, eine Unterst\u00fctzungsleistung f\u00fcr Athlet*innen mit langwieri\u00adgen Verletzungen, kann ebenso nur von Verbandsseite beantragt werden. Eine Athletin berich\u00adtete im Zuge unserer Gespr\u00e4che au\u00dferdem vom Ausstieg eines Sponsors im Zusammenhang mit Bekanntwerden ihrer Schwangerschaft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Einige Athletinnen, die k\u00fcrzlich Kinder bekommen haben und in den Spitzensport zur\u00fcckgekehrt sind, berichteten vereinzelt von Ablehnung, andere aber auch von Unterst\u00fctzung seitens ihrer Verb\u00e4nde. Einig waren sich die Athletinnen darin, dass gro\u00dfer Bedarf an trainingswissenschaft\u00adlicher und sportgyn\u00e4kologischer Begleitung herrsche. Sie seien bei ihrer Belastungs- und Trai\u00adningssteuerung sowohl w\u00e4hrend der Schwangerschaft als auch w\u00e4hrend der Wiedereinstiegs\u00adphase mehrheitlich auf sich allein gestellt gewesen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Vereinbarkeit von Spitzensport und Mutterschaft funktioniert f\u00fcr die befragten M\u00fctter haupts\u00e4chlich aufgrund der Unterst\u00fctzung ihrer Familienangeh\u00f6rigen und ihres privaten Um\u00adfelds. Es fehle beispielsweise eine kindge\u00adrechte Infrastruktur an Olympiast\u00fctzpunkten und an\u00adderen Trainingsst\u00e4tten. Verb\u00e4nde und Ver\u00adeine zeigten sich wenig flexibel hinsichtlich ange\u00adpasster Trainingszeiten, um die Kinderbetreu\u00adung zu erleichtern. \u00c4hnliches gelte f\u00fcr die Mit\u00adnahme von Kleinkindern zu Trainingseinheiten, Lehrgangsma\u00dfnahmen und Wettk\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Entwicklungen im Themenfeld<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ungeachtet der teils erheblichen H\u00fcrden, die mit einer R\u00fcckkehr auf Spitzenniveau nach Schwanger- bzw. Mutterschaft einhergehen, haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Ath\u00adletinnen erfolgreich ihr Comeback in den Spitzensport gefeiert. Wir m\u00f6chten an dieser Stelle insbesondere Almuth Schult, Laura Ludwig, Gesa Krause, Leonie Mayer, Dajana Eitberger und Fabienne K\u00f6nigstein w\u00fcrdigen. Letzterer gelang es, gerade einmal neun Monate nach der Ge\u00adburt ihrer Tochter die Norm f\u00fcr die Olympischen Spiele in Paris 2024 zu <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/sport\/mehr-sport\/hamburg-marathon-ringer-olympia-norm-100.html\">erreichen<\/a>.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch international erleben wir sensationelle Comebacks wie das der franz\u00f6sischen Biathletin Justine Braisaz-Bouchet, die nur sechs Monate nach der Geburt ihres ersten Kindes ihre bis dato beste Saison einfahren <a href=\"https:\/\/www.sport1.de\/news\/wintersport\/biathlon\/2024\/01\/sensations-comeback-wie-eine-junge-mutter-die-biathlon-elite-aufmischt\">konnte<\/a>. Das ist jedoch nur ein kleiner Einblick \u2013 es gibt noch zahl\u00adreiche weitere Athletinnen, die wir hier nicht alle einzeln aufz\u00e4hlen k\u00f6nnen. Sie alle haben durch ihre Entschlossenheit, ihr Durchhalteverm\u00f6gen und nicht zuletzt ihre Hingabe zum Leistungs\u00adsport gezeigt, dass die Rolle als Mutter und Spitzenathletin sich keinesfalls ausschlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese pers\u00f6nlichen Geschichten best\u00e4rken uns darin, weiterhin aktiv zur Vernetzung zwischen M\u00fcttern im Leistungssport beizutragen, um ihnen M\u00f6glichkeiten zu er\u00f6ffnen, Erfahrungen und Wissen auszutauschen und sich gegenseitig zu motivieren. Dar\u00fcber hinaus konnten wir mit un\u00adserem <a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/tabus-brechen-gesundheit-erhalten-wissen-vermitteln-blut-schweiss-und-training-athleten-deutschland-startet-podcast-zu-sport-und-menstruationszyklus-in-kooperation-mit-dem-institut-fue\/\">Podcast \u201eBlut, Schwei\u00df und Training\u201c<\/a> (s. Ziffer 4) dazu beitragen, die Sichtbarkeit des Themas zu erh\u00f6hen und den Bedarfen nach Aufkl\u00e4rung \u00fcber Zyklus und Sport und der Gesund\u00adheit von Frauen und M\u00e4dchen nachzukommen. Eine Folge mit Fabienne K\u00f6nigstein und Dr. Nora Wieloch, Ober\u00e4rztin am Universit\u00e4ren Zentrum f\u00fcr Pr\u00e4vention und Sportmedizin am Universi\u00adt\u00e4tsklinikum Balgrist (Schweiz), besch\u00e4ftigt sich gezielt mit Schwan\u00adgerschaft und Sport. Nicht zuletzt konnten wir die an uns herangetragenen L\u00fccken an trai\u00adningswissenschaft\u00adlicher und sportgyn\u00e4kologischer Begleitung gemeinsam mit dem IAT in eini\u00adgen F\u00e4llen durch Vermittlung medizinischer Betreuung schlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch in der laufenden Spitzensportreform ist es uns gelungen wichtige Ankn\u00fcpfungspunkte zur Vereinbarkeit von Familienplanung und Spitzensport zu setzen. Athleten Deutschland\u00a0<a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/wp-content\/uploads\/AD_PM_Feinkonzept-Spitzensportreform_150923.pdf\">war<\/a>\u00a0in die Arbeits- und Aushand\u00adlungsformate des Prozesses zur Erarbeitung des\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/downloads\/DE\/veroeffentlichungen\/2023\/langkonzept-sportfoerderung.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=4\">Feinkonzepts<\/a>\u00a0der Spit\u00adzensportreform seit Anfang 2023 intensiv involviert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Beispielsweise konnten wir erreichen, dass ein Individualbudget f\u00fcr Athlet*innen, die ihre Um\u00adfeldbedin\u00adgungen in begr\u00fcndeten F\u00e4llen u.a. in Eigenregie organisieren, Gegenstand der Re\u00adformbem\u00fc\u00adhungen ist. Das bedeutet, auf die unterschiedlichen Ausgangssituationen von Ath\u00adlet*innen differenziert einzugehen und daran ihre individuelle F\u00f6rderung sowohl im Spitzen\u00adsport als auch in der Entwicklung ihrer Pers\u00f6nlichkeit und ihrer beruflichen Laufbahn auszurich\u00adten. Die Sport\u00adler*innen sollten in wichtigen Lebensphasen nicht in ein Korsett langfristiger und von au\u00dfen auferlegter F\u00f6rderma\u00dfnahmen gezwungen, sondern individuell und biographisch so sinnvoll wie m\u00f6glich gef\u00f6rdert werden, auch im Hinblick auf ihre famili\u00e4re Situation.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Durch eine solche Individual\u00adf\u00f6rderung k\u00f6nnten beispielsweise Kosten f\u00fcr Kinderbetreuung, Reisen oder die Unterbringung von (Kinder-)Betreuungspersonal und\/oder Partner*innen bei Wettbewerben \u00fcbernommen werden. Denn Familienmensch, Mutter und Leistungssportlerin zu sein, sollte keine Entweder-Oder-Frage sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dar\u00fcber hinaus haben wir uns f\u00fcr die Verbesserung der materiellen und sozialen Absicherung von Athlet*innen eingesetzt. In einem Pr\u00fcfprozess sollen nun die Risiken und L\u00fccken in der Ab\u00adsicherung von Athlet*innen identifiziert und adressiert werden. Denn viele Athlet*innen sind Solo-Selbstst\u00e4ndige und\/oder unzureichend gegen Risiken abgesichert. Ihre niedrigen Ein\u00adkommen f\u00fchren dazu, dass private Vorsorge gegen verschiedenartige Risiken wie etwa Alter, Krankheit, Pflege oder Arbeitslosigkeit erschwert wird. F\u00fcr Frauen im Spitzensport bedeutet das oftmals Einschr\u00e4nkungen im Bereich des Mutterschutzes und rechtliche Anspr\u00fcche auf die Vereinbarkeit von Kind und Familie.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das <a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/stellungnahme-zum-entwurf-zum-sportfoerdergesetz-chancen-anerkennen-kritik-ernstnehmen-fragen-klaeren-potenziale-heben\/\">geplante Sportf\u00f6rdergesetz<\/a> (oder andere staatliche Handlungsoptionen) sollte zur Optimie\u00adrung der sozialen und materiellen Absicherung von Athlet*innen beitragen, zuvorderst f\u00fcr jene, die keine Absicherung \u00fcber das Konstrukt von Sportf\u00f6rderstellen erfahren. International liegen bereits seit L\u00e4ngerem wichtige normative Referenzpunkte vor. Verschiedene europ\u00e4ische Nachbarstaaten (z.B. Frankreich, Italien, Portugal, Spanien und Kroatien) haben spezielle Sport\u00adgesetze und erg\u00e4nzende Sondervorschriften in allgemeinen Arbeits- und Sozialgesetzen ge\u00adschaffen, um eine effektive staatliche Absicherung schutzbed\u00fcrftiger Athlet*innen zu gew\u00e4hr\u00adleisten.<a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<h1><strong>6. Geschlechtsspezifisches Training und (sport-)medizinische Betreuung<\/strong><\/h1>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Ergebnisse unserer Gespr\u00e4che machen deutlich, dass ein geschlechtsspezifisches Trai\u00adning, das die Eigenschaften des weiblichen K\u00f6rpers ber\u00fccksichtigt, sehr selten bis gar nicht stattfin\u00addet. Von den Befragten gaben nur wenige an, vereinzelt mit Trainer*innen zu arbeiten, die \u00fcber ein Bewusstsein f\u00fcr geschlechtsspezifisches Training verf\u00fcgten. Einige Befragte be\u00adklagten in diesem Zusammenhang die damit einhergehende geringere Leistungsf\u00e4higkeit in bestimmten Phasen ihres Zyklus und w\u00fcnschen sich mehr Bewusstsein bei Trainerst\u00e4ben und Sportlerinnen f\u00fcr dieses Thema sowie die individuelle Gestaltung von Trainingspl\u00e4nen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zyklusbasiertes Training hat das Potenzial, die Gesundheit, das Wohlbefinden und die sportli\u00adche Leistung von Leistungssportlerinnen zu verbessern. Allerdings ist dies nur m\u00f6glich, wenn der Zyklus der Frau kein Tabuthema mehr ist. Bisher werden geschlechtsspezifisches Training oder die speziellen Bed\u00fcrfnisse von Sportlerinnen nicht in der Ausbildung von Trainer*innen thematisiert, sodass diese die Thematik oftmals ausblenden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Erschwerend kommt hinzu, dass die Sportlerinnen selten proaktiv \u00fcber ihren Zyklus mit den Trainer*innen sprechen. Der hohe M\u00e4nneranteil unter den Trainer*innen scheint damit im Zu\u00adsammenhang zu stehen. Dabei gibt es mittlerweile Studienergebnisse, die zeigen, dass sich die Leistungsf\u00e4higkeit und das Anpas\u00adsungsverm\u00f6gen des K\u00f6rpers auf verschiedene Trainingsreize w\u00e4hrend des Menstruationszyklus ver\u00e4ndern.<a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Diese \u00c4nderungen k\u00f6nnen in der Trainingspla\u00adnung gezielt ausgenutzt werden, um die sportliche Leistung und das Wohlbefinden der Sportle\u00adrinnen zu optimieren, und gleichzeitig das Verletzungsrisiko zu minimieren. Allerdings sind die\u00adse Trainingsempfehlungen vielfach allgemein gehalten; sportartspezifische Empfehlungen fehlen oftmals.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In den qualitativen Interviews gaben Sportlerinnen an, die Anti-Baby-Pille durchg\u00e4ngig zu neh\u00admen, um an Wettkampftagen ihre Periode nicht zu haben \u2013 ohne gyn\u00e4kologische Absprache. Teilweise bleibe, berichteten einige Befragte, die Menstruation aufgrund der \u00dcberbeanspru\u00adchung des K\u00f6rpers komplett aus. Weitere andere Zyklusst\u00f6rungen wurden au\u00dferdem benannt. Diese St\u00f6rungen k\u00f6nnen bleibende Sch\u00e4den zur Folge haben. Das Female Athlete Triad und das Relative Energiedefizit-Syndrom (RED-S) sind nur zwei der Krankheitsbilder, die verdeutlichen, wie wichtig eine fr\u00fchzeitige Aufkl\u00e4rung und engmaschige medizinische Betreuung der Sportle\u00adrinnen ist.<a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Beide Krankheitsbilder k\u00f6nnen sowohl kurz- als auch langfristig das Leben der Ath\u00adle\u00adtinnen ne\u00adgativ beeinflussen. Zu den Folgen geh\u00f6rt eine Verringerung der Knochendichte, die zu Fraktu\u00adren f\u00fchren kann, in manchen F\u00e4llen irreversibel bleibt und lebenslange Beschwerden her\u00advorruft. Auch eine vor\u00fcbergehende oder gar anhaltende Unfruchtbarkeit kann das Resultat des Female Athlete Triad oder einer RED-S Erkrankung sein. Unseren Recherchen nach gibt es bun\u00addesweit nur eine Anlaufstelle, bei der Sportlerinnen gezielt zum Relative Energiedefizit-Syndrom bera\u00adten werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine weitere Herausforderung ist die geringe Anzahl an verl\u00e4sslichen Studien \u00fcber Athletinnen, denn lediglich 8% der sportwissenschaftlichen Studien befassen sich mit der Trainingssteue\u00adrung und der Gesundheit von Athletinnen.<a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Diese Gender Data Gap ist im Spitzensport sogar noch gr\u00f6\u00dfer. Auch einige Sportlerinnen best\u00e4tigten w\u00e4hrend unserer Interviews, dass ihres Wissens nach Trainingsdaten fast ausschlie\u00dflich auf Studien mit m\u00e4nnlichen Probanden basier\u00adten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Entwicklungen im Themenfeld<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Bereich \u201egeschlechtsspezifisches Training und (sport-)medizinische Betreuung\u201c startete Athleten Deutschland in Kooperation mit der <a href=\"https:\/\/sport-iat.de\/iat-hub\/themen\/frau-im-leistungssport\/projekt\">Themengruppe \u201eFrau im Leistungssport\u201c<\/a> des Insti\u00adtuts f\u00fcr angewandte Trainingswissenschaft (IAT) im Sommer 2023 den <a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/tabus-brechen-gesundheit-erhalten-wissen-vermitteln-blut-schweiss-und-training-athleten-deutschland-startet-podcast-zu-sport-und-menstruationszyklus-in-kooperation-mit-dem-institut-fue\/\">Podcast \u201eBlut, Schwei\u00df und Training\u201c<\/a>. Der Podcast will Tabus brechen, Wissen zu Zyklus und Sport vermitteln und somit die Gesundheit von Frauen und M\u00e4dchen im Sport st\u00e4rken. Die erste Staffel des Podcasts wid\u00admete sich den folgenden Themen:<\/p>\n<ol>\n<li>Verh\u00fctung im Sport<\/li>\n<li>Zyklusst\u00f6rungen<\/li>\n<li>Einfluss des Zyklus auf die Leistungsf\u00e4higkeit<\/li>\n<li>Ern\u00e4hrung &amp; das Relative-Energiedefizit-Syndrom im Sport (RED-S)<\/li>\n<li>Schwangerschaft und Sport<\/li>\n<li>Kommunikation \u00fcber den Zyklus<\/li>\n<li>Grundlagen des weiblichen Zyklus<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mit ihr erreichten wir \u00fcber 60.000 H\u00f6rer*innen in Deutschland. Aufgrund der \u00fcberwiegend posi\u00adtiven R\u00fcckmeldungen planen wir derzeit eine zweite Staffel. Diese wird sich mit weiteren The\u00admen wie gest\u00f6rtem Essverhalten, Brustgesundheit und Trans-Frauen im Sport besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Relevanz des Themas best\u00e4tigte 2023 eine Studie der IAT-Themengruppe \u201eFrau im Leis\u00adtungssport\u201c: Von 628 befragten Sportlerinnen waren\u00a070% bereits von einer Zyklusst\u00f6\u00adrung\u00a0betroffen.\u00a0 30% der befragten, nicht hormonell-verh\u00fctenden Athletinnen leiden\u00a0aktuell unter einer Zyklusst\u00f6rung. Die Studie zeigte auch: Das Wissen der Athletinnen \u00fcber ihren eige\u00adnen Zyklus und m\u00f6glichen langfristigen Konsequenzen von Zyklusst\u00f6rungen ist ausbauf\u00e4hig. Daher erscheint es umso problematischer, dass nur\u00a021% der Sportlerinnen\u00a0\u00fcber ihren Zyklus mit ihren Trainer*innen\u00a0sprechen.<a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zus\u00e4tzlich <a href=\"https:\/\/www.bisp.de\/SharedDocs\/Downloads\/Publikationen\/Publikationssuche_Sonderpublikationen\/StrategiepapierFeMaLe.html?nn=19448120\">widmet<\/a> sich seit 2023 das Bundesinstitut f\u00fcr Sportwissenschaft (BISp) mit der <a href=\"https:\/\/www.bisp.de\/SharedDocs\/Downloads\/Publikationen\/Publikationssuche_Sonderpublikationen\/StrategiepapierFeMaLe.html?nn=19448120\">Ge\u00adsamtstrate\u00adgie \u201eFrauen und M\u00e4dchen im Sport\u201c<\/a> und einem <a href=\"https:\/\/my.page2flip.de\/21659774\/22885810\/22885811\/html5.html#\/1\">Aktionsplan<\/a> gezielt dem Thema Gleichstellung. Im Rahmen der Strategie hat das BISp u.a. das Forschungsschwerpunkt <a href=\"https:\/\/www.bisp.de\/DE\/Forschungsschwerpunkte\/FeMaLe\/female_node.html\">\u201eFeMaLe\u00a0&#8211; Frauen und M\u00e4dchen im Leistungssport\u201c<\/a> ins Leben gerufen. Durch gezielte Forschungsprojekte soll aktiv zur Aufhebung der geschlechtsspezifischen Forschungsl\u00fccken und der Unterrepr\u00e4senta\u00adtion weib\u00adlicher Athletinnen beigetragen werden.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Eine solche Strategie sollte aus unserer Sicht u.a. (1) auf einer ganzheitlichen Integrit\u00e4tsarchitektur fu\u00dfen, (2) mehrdimensionale Nachhaltigkeitskriterien wie Gleichstellungsziele erf\u00fcllen, (3) auf gesellschaftlich legitimierten und umsetzbaren Zielvorgaben basieren, (4) ein effizientes und effektives F\u00f6rdersystem umfassen, das die ganzheitliche Entwicklung der Athlet*innen zum obersten Ziel hat, und (5) Mechanismen enthalten, die die Mehrwerte des Spitzensports heben und f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung nah- und erfahrbar machen, etwa im Rahmen von Sportgro\u00dfveranstaltungen und durch mediale Sichtbarmachung.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Rulofs, B. (Hrsg.) (2016). \u00bbSafe Sport\u00ab: Schutz von Kindern und Jugendlichen im organisierten Sport in Deutschland \u2013 Erste Ergebnisse des Forschungsprojektes zur Analyse von H\u00e4ufigkeiten, Formen, Pr\u00e4ventions- und Interventionsma\u00dfnahmen bei sexualisierter Gewalt. K\u00f6ln: Deutsche Sporthochschule K\u00f6ln.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. u.a Bruce, Toni, Jorid Hovden und Pirkko Markula. 2010b. Key themes in the research on media coverage of women\u2019s sport. In Sportswomen at the Olympics \u2013 A global content analysis of newspaper coverage, Hrsg. Toni Bruce, Jorid Hovden und Pirkko Markula, 1\u201318. Rotterdam: Sense.; Hartmann-Tews, I., Emberger, D., &amp; Braum\u00fcller, B. (2019). Visuelle Pr\u00e4sentation von Sportlern und Sportlerinnen bei den Olympischen Sommerspielen 2000-2016. Muster und Wandel der Geschlechterordnung in der Printmedienberichterstattung. FZG\u2013Freiburger Zeitschrift f\u00fcr GeschlechterStudien, 25 (1), 25-48.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Ihle, Holger: Sport in den Fernsehnachrichten. Ergebnisse einer Inhaltsanalyse der Sportberichterstattung in den deutschen Hauptnachrichtensendungen. In: Media Perspektiven, 10\/2018, S. 486\u2013495. Online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.ard-werbung.de\/fileadmin\/user_upload\/media-perspektiven\/pdf\/2018\/1018_Ihle.pdf\">https:\/\/www.ard-werbung.de\/fileadmin\/user_upload\/media-perspektiven\/pdf\/2018\/1018_Ihle.pdf<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Rulofs, Bettina; Hartmann-Tews, Ilse (2017): Mediale Pr\u00e4sentation von Sportler_innen in der Presse. Ein \u00dcberblick zu den Befunden inhaltsanalytischer Studien. In: Sport &amp; Gender &#8211; (inter)nationale sportsoziologische Geschlechterforschung: Theoretische Ans\u00e4tze, Praktiken und Perspektiven. Wiesbaden: Springer VS, S. 69.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Ebenda.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Die in diesen Staaten existierenden Statusvorschriften zugunsten schutzbed\u00fcrftiger Athlet*innen heben teilweise ausdr\u00fccklich hervor, dass Athlet*innen nicht ausschlie\u00dflich als sportliche Botschafter*innen ihrer Nation bei internationalen Wettk\u00e4mpfen fungieren. Entsprechende Vorschriften wie z.B. im franz\u00f6sischen <a href=\"https:\/\/codes.droit.org\/PDF\/Code%20du%20sport.pdf\">\u201eCode Du Sport\u201c<\/a> tragen zus\u00e4tzlich der Tatsache Rechnung, dass Athlet*innen \u2013 auch unabh\u00e4ngig von einem rein sportlichen Erfolg \u2013 mit ihrer Vorbildwirkung einen entscheidenden Beitrag zur F\u00f6rderung der sportlichen Bet\u00e4tigung in der Bev\u00f6lkerung leisten und aufgrund ihrer Bekanntheit wirkungsvoll weitere gesellschaftliche Themen adressieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Vgl. u.a. Carmichael, Mikaeli A.; Thomson, Rebecca L.; Moran, Lisa J.; Wycherley, Thomas P.: &#8220;The Impact of Menstrual Cycle Phase on Athletes\u2019 Performance: A Narrative Review&#8221; Int. J. Environ. Res. Public Health 18, no. 4: 1667, 2021 <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3390\/ijerph18041667\">https:\/\/doi.org\/10.3390\/ijerph18041667<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Female Athlete Triad ist ein Krankheitsbild, das sich durch eine Kombination aus Energiedefizit, Zyklusst\u00f6rungen und geringer Knochendichte darstellt. Bei RED-S leiden die Sportler*innen unter einem Energie-Defizit. Dieses muss nicht zwangsl\u00e4ufig durch eine Essst\u00f6rung hervorgerufen werden. Die unzureichende Energieaufnahme, kann zu hormonellen St\u00f6rungen und einer daraus resultierenden verringerten Knochendichte f\u00fchren. Auch m\u00e4nnliche Athleten k\u00f6nnen betroffen sein.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Vgl.: Costello, JT et al: Where are all the female participants in sports and exercise medicine research? <em>European Journal of Sport Science<\/em>. 2014; 14(8): 847\u2013851.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/45E66347-52DD-4A16-959B-D1E0BD25F24E#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Fischer, K. &amp; Kirschbaum, E. M. (2023). Menstruationszyklusst\u00f6rungen: Definition und Pr\u00e4valenzen im Sport.<br \/>\nLeistungssport, 53 (02), 22-24<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Einleitung und allgemeine Bemerkungen Im Namen der f\u00fcr Deutschland startenden Athlet*innen bedanken wir uns f\u00fcr die erneute Einladung in den Sportausschuss des Deutschen Bundestages anl\u00e4sslich der Anh\u00f6rung \u201eWege zu mehr Teilhabe und Gleichstellung von weiblichen Profis und Spitzensportlerinnen\u201c. 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