{"id":4393,"date":"2023-03-28T10:55:57","date_gmt":"2023-03-28T08:55:57","guid":{"rendered":"https:\/\/athleten-deutschland.org\/?p=4393"},"modified":"2023-03-28T10:55:57","modified_gmt":"2023-03-28T08:55:57","slug":"athleten-deutschland-bekraeftigt-forderungen-nach-komplettausschluss-russlands-und-belarus-solange-der-angriffskrieg-anhaelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/athleten-deutschland-bekraeftigt-forderungen-nach-komplettausschluss-russlands-und-belarus-solange-der-angriffskrieg-anhaelt\/","title":{"rendered":"Athleten Deutschland bekr\u00e4ftigt Forderungen nach Komplettausschluss Russlands und Belarus, solange der Angriffskrieg anh\u00e4lt"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Berlin, 28. M\u00e4rz 2023. <\/strong>Im Zuge der heutigen Beratungen des IOC-Exekutivkomitees zur m\u00f6glichen R\u00fcckkehr Russlands und Belarus in den Weltsport bekr\u00e4ftigt Athleten Deutschland seine Position: Solange der Angriffskrieg anh\u00e4lt, halten wir einen Komplettausschluss Russlands und Belarus f\u00fcr geboten. Im Zuge eines sogenannten Global Calls des IOC mit Athletenvertretungen aus aller Welt vergangene Woche unterstrich L\u00e9a Kr\u00fcger, S\u00e4belfechterin, diese Haltung erneut.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Ausschluss muss f\u00fcr Verb\u00e4nde, Funktion\u00e4re, und leider auch f\u00fcr Athlet*innen gelten. Der Weltsport muss seine Unterwanderung durch russischen Einfluss systematisch und unabh\u00e4ngig aufarbeiten lassen. Detaillierte Begr\u00fcndungen sind unseren Positionen vom <a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/nach-angriffskrieg-gegen-die-ukraine-vollstaendiger-ausschluss-russlands-und-belarus-aus-dem-weltsport-gefordert\/\">Februar 2022<\/a> und <a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/reaktion-auf-den-ioc-vorstoss-zur-wiedereingliederung-russlands-in-den-weltsport\/\">Januar 2023<\/a> zu entnehmen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir vermissen international eine differenzierte Abw\u00e4gung der Rechte und Schutzbed\u00fcrfnisse von ukrainischen Athlet*innen auf der einen und russischen Athlet*innen auf der anderen Seite. Einen \u00e4u\u00dferst gewichtigen Beitrag hat das vom DOSB in Auftrag gegebene <a href=\"https:\/\/cdn.dosb.de\/uploads\/DOSB_Gutachten_Wiater_fin.pdf\">Gutachten<\/a> geleistet. Demnach sei ein kollektiver Ausschluss der russischen Athleten zul\u00e4ssig und trotz Ungleichbehandlung nicht als Versto\u00df internationaler Diskriminierungsverbote zu bewerten. Wir begr\u00fc\u00dfen, dass der DOSB sich der Frage der Wiedereingliederung der russischen und belarussischen Athlet*innen mit der gebotenen Sorgfalt gewidmet hat \u2013 auch im Austausch mit Athletenvertreter*innen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir fordern das IOC auf, die Empfehlungen zum Ausschluss Russlands im Weltsport aufrecht zu erhalten und deren Umsetzung durch die Weltverb\u00e4nde mit Vehemenz einzufordern. Das IOC muss sich eingehend mit dem Gutachten von Prof. Patricia Wiater befassen und Stellung beziehen. Eine derart eingehende menschenrechtliche Bewertung k\u00f6nnen wir in der <a href=\"https:\/\/spcommreports.ohchr.org\/TMResultsBase\/DownLoadPublicCommunicationFile?gId=27552\">Stellungnahme<\/a> der UN-Sonderberichterstatterinnen an das IOC hingegen schwerlich erkennen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aus unserer Sicht sind Meinungsumfragen, wie zuletzt \u00f6fter vom IOC bem\u00fcht, kaum geeignet, um \u00fcber die Rechte und Schutzbed\u00fcrfnisse der ukrainischen Athlet*innen zu befinden und die Frage nach der Zul\u00e4ssigkeit kollektiver Ausschl\u00fcsse zu beantworten. Wir erwarten ein unmissverst\u00e4ndliches Bekenntnis der Verb\u00e4nde und vom IOC, dass Anti-Kriegs-Proteste und Solidarit\u00e4tsbekundungen f\u00fcr die Ukraine bei internationalen Wettk\u00e4mpfen unterst\u00fctzt und gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Haltung Deutschlands gilt es nun proaktiv und geschlossen \u2013 mit gleichgesinnten Verb\u00fcndeten &#8211; in den Weltsport zu tragen. Hierzu gab es in den vergangenen Tagen mehrere Positivbeispiele aus der deutschen Verbandslandschaft. Insbesondere die Vertreter*innen deutscher Verb\u00e4nde bei internationalen Abstimmungen und in internationalen Gremien sind in die Pflicht zu nehmen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Thomas Weikert hat deutlich gemacht, dass der Fokus des DOSB nun den Athlet*innen gelte und dass er die von den Athletenvertreter*innen ge\u00e4u\u00dferten Sorgen ernst nehme. Dieser Ank\u00fcndigung m\u00fcssen nun Taten folgen. Die deutschen Verb\u00e4nde, auch der DOSB, m\u00fcssen sich bei Bedarf sch\u00fctzend vor die Athlet*innen stellen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sind \u00e4u\u00dferst besorgt, dass Verb\u00e4nde ihrer Verantwortung nicht nachkommen oder diese beispielsweise zwischen IOC und Weltverb\u00e4nden hin und her geschoben wird. Die Leidtragenden w\u00e4ren \u2013 wie so oft \u2013 die Athlet*innen. Sie werden dann individuell entscheiden m\u00fcssen, ob sie an Wettk\u00e4mpfen mit russischer und belarussischer Beteiligung teilnehmen, dabei selbst Sanktionen riskieren, ihre Qualifikationschancen f\u00fcr die Spiele, Sportf\u00f6rderung und gar ihre k\u00fcnftige Kaderzugeh\u00f6rigkeit aufs Spiel setzen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die j\u00fcngsten Geschehnisse im nationalen und internationalen Fechtsport sollten ein alarmierendes Negativbeispiel bleiben. Die Ignoranz des Weltverbands hat absehbar dazu gef\u00fchrt, dass die Opfer des Angriffskrieges zum R\u00fcckzug gen\u00f6tigt werden, w\u00e4hrend der Aggressor auf dem R\u00fcckweg auf die B\u00fchne des Weltsports hofiert wird. Dadurch sind Rechteverletzungen und Schutzbed\u00fcrfnisse der ukrainischen Athlet*innen in den Hintergrund getreten. Athlet*innen werden allein gelassen. Es herrscht Chaos. Gern unterst\u00fctzen wir deshalb den <a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/wp-content\/uploads\/27.03.2022-Open-Letter-IOC-FIE-FINAL_GER.pdf\">offenen Brief von \u00fcber 300 Fechter*innen<\/a> an die FIE und an das IOC.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aus unserer Sicht muss der Sport endlich Antworten zum Umgang mit Staaten finden, die den oft bem\u00fchten Wertekanon des Sports gravierend verletzen, den Sport gezielt als politisches Instrument benutzen sowie V\u00f6lker- und Menschenrecht brechen. Kann ein Staat, der einen Angriffskrieg gegen eine andere Nation f\u00fchrt, Teil der Olympischen Bewegung sein, die sich f\u00fcr Frieden einsetzt? Leider k\u00f6nnen wir diese \u00fcberf\u00e4llige und ehrliche Auseinandersetzung mit roten Linien nicht erkennen, weder national noch international.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 28. M\u00e4rz 2023. Im Zuge der heutigen Beratungen des IOC-Exekutivkomitees zur m\u00f6glichen R\u00fcckkehr Russlands und Belarus in den Weltsport bekr\u00e4ftigt Athleten Deutschland seine Position: Solange der Angriffskrieg anh\u00e4lt, halten wir einen Komplettausschluss Russlands und Belarus f\u00fcr geboten. 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