{"id":4388,"date":"2023-03-28T09:23:18","date_gmt":"2023-03-28T07:23:18","guid":{"rendered":"https:\/\/athleten-deutschland.org\/?p=4388"},"modified":"2023-03-28T09:23:18","modified_gmt":"2023-03-28T07:23:18","slug":"ueber-300-fechterinnen-fordern-das-ioc-und-die-fie-auf-den-ausschluss-russlands-und-belarus-aufrechtzuerhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/ueber-300-fechterinnen-fordern-das-ioc-und-die-fie-auf-den-ausschluss-russlands-und-belarus-aufrechtzuerhalten\/","title":{"rendered":"\u00dcber 300 Fechter*innen fordern das IOC und die FIE auf, den Ausschluss Russlands und Belarus aufrechtzuerhalten."},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>\u00dcbersetzung aus dem Englischen \u2013<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>OFFENER BRIEF<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>\u00dcber 300 internationale Fechter*innen fordern das Internationale Olympische Komitee (IOC) und den Internationalen Fechtverband (FIE) auf, den Ausschluss Russlands und Belarus aufrechtzuerhalten.<\/strong><\/p>\n<ol start=\"28\">\n<li style=\"font-weight: 400;\">M\u00e4rz 2023<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">An: \u00a0\u00a0 Herrn Dr. Thomas Bach, Pr\u00e4sident, Internationales Olympisches Komitee<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Herrn Emmanuel Katsiadakis, Interimspr\u00e4sident, Internationaler Fechtverband<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">CC: \u00a0\u00a0 Frau Emma Terho, Vorsitzende, Athletenkommission des IOC<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Herrn Rub\u00e9n Limardo Gascon, Vorsitzender, Athletenkommission der FIE<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sehr geehrter Herr Dr. Bach, sehr geehrter Herr Herr Katsiadakis,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In Ihrer Funktion als Pr\u00e4sidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und des Internationalen Fechtverbandes (FIE) wenden wir uns an Sie wegen Ihrer Bestrebungen, russische und belarussische Sportler wieder an internationalen Sportwettk\u00e4mpfen teilnehmen zu lassen. Unter v\u00f6lliger Missachtung der Stimmen der Athlet*innen haben Sie sowohl Russland als auch Belarus wieder zu FIE-Wettbewerben zugelassen, ebenso wie zu einem mutma\u00dflichen Turnier auf russischem Boden. Dies ist ein klarer Widerspruch zur Position des IOC, wonach &#8220;keine internationalen Sportveranstaltungen von einem internationalen Sportverband oder NOK in Russland oder Belarus organisiert oder unterst\u00fctzt werden sollen&#8221;, und zeigt einmal mehr, dass russische Interessen wichtiger sind als die Stimme und die Rechte der Athlet*innen, insbesondere derjenigen aus der Ukraine.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Russlands Aggression verst\u00f6\u00dft nicht nur gegen die Normen des V\u00f6lkerrechts, sondern auch gegen die grundlegenden Werte des Olympismus, darunter Frieden, V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung, die Achtung der Menschenw\u00fcrde und der Menschenrechte. Solange der von Belarus unterst\u00fctzte russische Angriffskrieg andauert, m\u00fcssen die Sportler*innen und Funktion\u00e4re beider Staaten vom Weltsport ausgeschlossen bleiben. Angesichts der j\u00fcngsten Eskalation der Angriffe auf die ukrainische Zivilbev\u00f6lkerung sollte es derzeit keinen Grund geben, Russland und Belarus wieder in den Weltsport zur\u00fcckkehren zu lassen. Eine Wiedereingliederung w\u00fcrde einen Pr\u00e4zedenzfall schaffen, bei dem eine Nation die Werte und Regeln des Sports und der internationalen Sicherheit verletzen kann, ohne Konsequenzen bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bis heute hat Russlands Aggression gegen die Ukraine dazu gef\u00fchrt, dass 232 Sportler get\u00f6tet, 343 Sporteinrichtungen zerst\u00f6rt, 40.000 Sportler*innen zur Flucht ins Ausland gezwungen und 140.000 junge Sportler*innen ohne gute Trainingsm\u00f6glichkeiten zur\u00fcckgelassen wurden. Die internationale Gemeinschaft ist sich vollkommen dar\u00fcber im Klaren, dass im Fall der russischen und belarussischen Sportler*innen die Trennung zwischen Sport und Staat kaum vollzogen werden kann. Diese Athlet*innen wurden nicht nur vom Russischen Olympischen Komitee ermutigt, im Krieg zu k\u00e4mpfen. Die gro\u00dfe Mehrheit von ihnen bekleidet auch Positionen im Milit\u00e4r und im Staatsapparat. Sie sind auch Nutznie\u00dfer staatlicher Finanzierung: Sie beziehen ihr Gehalt aus Putins Kriegskasse und machen damit jede Trennung zwischen Staat und Athlet *innen unm\u00f6glich. Die Athlet*innen wurden und werden f\u00fcr Putins Propaganda instrumentalisiert. Wettk\u00e4mpfe unter neutraler Flagge haben sich in der Vergangenheit nicht als geeignetes Sanktionsinstrument erwiesen und sind es auch jetzt nicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Au\u00dferdem scheint die <a href=\"https:\/\/spcommreports.ohchr.org\/TMResultsBase\/DownLoadPublicCommunicationFile?gId=27552\">Stellungnahme<\/a> der UN-Sonderberichterstatter*innen, auf die sich das IOC in seinen Erkl\u00e4rungen bezieht, keine umfassende menschenrechtliche Bewertung vorzunehmen. Im Gegensatz dazu kommt ein <a href=\"https:\/\/cdn.dosb.de\/uploads\/DOSB_Gutachten_Wiater_fin.pdf\">k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichtes Gutachten von Prof. Patricia Wiater<\/a>, Lehrstuhl f\u00fcr \u00d6ffentliches Recht, V\u00f6lkerrecht und Menschenrechte an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg, zu dem Schluss, dass ein kollektiver Ausschluss der russischen Athlet*innen zul\u00e4ssig und trotz Ungleichbehandlung nicht als Versto\u00df gegen internationale Diskriminierungsverbote zu werten ist. Zudem sind Meinungsumfragen, wie sie j\u00fcngst vom IOC durchgef\u00fchrt wurden, weder geeignet, \u00fcber die Rechte und das Schutzbed\u00fcrfnis der ukrainischen Athlet*innen zu entscheiden, noch sind sie geeignet, die Zul\u00e4ssigkeit von Kollektivausschl\u00fcssen zu bestimmen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir glauben, dass der Sport Antworten finden muss, um mit Staaten umzugehen, die die Werte des Sports verletzen, die den Sport absichtlich als politisches Instrument einsetzen und die gegen das V\u00f6lkerrecht und die Menschenrechte versto\u00dfen. Wir verstehen, dass das IOC und die internationalen Sportverb\u00e4nde mit Sanktionen und Ausschl\u00fcssen einen schmalen Grat beschreiten, da der Sport eine verbindende und friedensstiftende Aufgabe hat. Seine politische Neutralit\u00e4t ist f\u00fcr den Sport von grundlegender Bedeutung, um sich vor Instrumentalisierung zu sch\u00fctzen und so weit wie m\u00f6glich global t\u00e4tig zu sein. Diese Neutralit\u00e4t darf jedoch nicht als Vorwand dienen, um schwerwiegende Verletzungen der allgemein anerkannten Menschenrechte zu akzeptieren und m\u00f6glicherweise sogar zu tolerieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Namen von \u00fcber 300 aktiven und ehemaligen Fechter*innen fordern wir Sie in Ihrer F\u00fchrungsfunktion im IOC auf, die von Ihnen empfohlenen Suspendierungen der russischen und belarussischen Fechtverb\u00e4nde und Nationalen Olympischen Komitees aufrechtzuerhalten und sicherzustellen, dass sich die FIE an Ihre Richtlinien h\u00e4lt. Jede Suspendierung muss den Neutralit\u00e4tsgedanken zur\u00fcckweisen und den Ausschluss Russlands und Belarus aus dem Weltsport beinhalten. Dazu geh\u00f6ren auch die Ausrichtung von Veranstaltungen, die Qualifikation f\u00fcr die Olympischen Spiele 2024 in Paris und die Teilnahme an diesen Spielen, bis sich Russland vollst\u00e4ndig aus dem ukrainischen Hoheitsgebiet zur\u00fcckgezogen hat. Wir erwarten auch eindeutige Zusicherungen, friedliche Antikriegsproteste und Solidarit\u00e4tsbekundungen von Athlet*innen mit der Ukraine bei internationalen Wettk\u00e4mpfen zu unterst\u00fctzen und zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die j\u00fcngsten Ereignisse im Fechtsport bleiben alarmierend. Die vermeintliche Genehmigung der FIE an Russland, ein Turnier in Moskau auszurichten, ist ein klarer Versto\u00df gegen die ohnehin schwachen IOC-Richtlinien. Die R\u00fcckkehr russischer Athlet*innen zu internationalen Wettk\u00e4mpfen hat die ukrainischen Opfer des Krieges zum R\u00fcckzug gezwungen, w\u00e4hrend der Aggressor auf seinem Weg zur\u00fcck auf die Weltb\u00fchne des Sports hofiert wird. Aufgrund dieser Ignoranz seitens der FIE und der nationalen Fechtverb\u00e4nde sind es wieder einmal die Athlet*innen, die die Verantwortung tragen und zu individuellen Abw\u00e4gungen \u00fcber Boykottentscheidungen gedr\u00e4ngt werden. Die Athlet*innen werden in diesem Chaos allein gelassen. Diese Verantwortungslosigkeit riskiert weiterhin Kollateralsch\u00e4den f\u00fcr diejenigen, die sich gegen den Krieg aussprechen, aus \u00dcberzeugung den Wettk\u00e4mpfen fernbleiben und vielleicht sogar auf Qualifikations- und F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten verzichten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die FIE kommt ihrer F\u00fcrsorgepflicht gegen\u00fcber den Athlet*innen, insbesondere gegen\u00fcber den Ukrainer*innen, nicht nach. Ihr Versagen beim vollst\u00e4ndigen Ausschluss Russlands und Belarus wird von Athlet*innen und der Zivilgesellschaft auf der ganzen Welt angeprangert. Sie haben die Interessen Russlands und Belarus \u00fcber die Rechte der Athlet*innen, insbesondere der ukrainischen Athlet*innen, gestellt, und damit vers\u00e4umen Sie es, genau die Menschen zu unterst\u00fctzen, f\u00fcr die die Verb\u00e4nde eigentlich da sein sollten. Dieser ungeheuerliche, einseitige Angriffskrieg und der Bruch des Olympischen Friedens d\u00fcrfen nicht ignoriert oder gar gebilligt werden. Es w\u00e4re ein katastrophaler Fehler, zur Tagesordnung \u00fcberzugehen, und deshalb fordern wir Sie erneut auf, die Suspendierungen Russlands und Belarus aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Namen von mehr als 300 internationalen Fechter*innen<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Unterst\u00fctzt von<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> Athleten Deutschland und Global Athlete<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcbersetzung aus dem Englischen \u2013 \u00a0 OFFENER BRIEF \u00dcber 300 internationale Fechter*innen fordern das Internationale Olympische Komitee (IOC) und den Internationalen Fechtverband (FIE) auf, den Ausschluss Russlands und Belarus aufrechtzuerhalten. 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