{"id":4248,"date":"2022-08-15T11:00:20","date_gmt":"2022-08-15T09:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/athleten-deutschland.org\/?p=4248"},"modified":"2022-08-15T19:44:34","modified_gmt":"2022-08-15T17:44:34","slug":"ein-neuer-gesellschaftsvertrag-fuer-den-spitzensport-athleten-deutschland-legt-analyse-zur-gretchenfrage-der-staatlich-gefoerderten-spitzensportentwicklung-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/ein-neuer-gesellschaftsvertrag-fuer-den-spitzensport-athleten-deutschland-legt-analyse-zur-gretchenfrage-der-staatlich-gefoerderten-spitzensportentwicklung-vor\/","title":{"rendered":"Ein neuer Gesellschaftsvertrag f\u00fcr den Spitzensport:  Athleten Deutschland legt Analyse zur Gretchenfrage der staatlich gef\u00f6rderten Spitzensportentwicklung vor\u00a0"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Berlin, 15. August 2022. <\/strong>Athleten Deutschland fordert in der heute vorgelegten <a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/wp-content\/uploads\/AD_Warum-ist-es-uns-das-wert_140822.pdf\">Analyse \u201eWarum ist es uns das wert&#8221;<\/a> eine Grundsatzdebatte zur Zukunft des Spitzensports, in der die Ziele staatlicher Spitzensportf\u00f6rderung diskutiert werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u201eWir Athletinnen und Athleten wissen, dass Erwartungen an unsere F\u00f6rderung gekn\u00fcpft sind.\u00a0 Diese wollen wir jetzt in einem breiten Dialog gemeinsam mit Politik, Wissenschaft, Praxis und der Bev\u00f6lkerung neu festlegen. Den Wert sportlicher H\u00f6chstleistungen, wie aktuell nur an Medaillenerfolgen zu messen, greift zu kurz,\u201c <\/em>sagte Karla Borger, Pr\u00e4sidentin von Athleten Deutschland.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Athleten Deutschland pl\u00e4diert daf\u00fcr, Spitzensport ganzheitlicher zu f\u00f6rdern. Es sollte gepr\u00fcft werden, inwiefern positive Auswirkungen des Spitzensports auf die Gesellschaft bei der F\u00f6rderung ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u201eUnsere Forderung ist keine Absage an das Bekenntnis zu sportlicher H\u00f6chstleistung. Es ist eine Ansage zur St\u00e4rkung des Spitzensports der Zukunft! Wir sind \u00fcberzeugt, dass eine differenzierte F\u00f6rdersystematik, die den gesellschaftlichen Nutzen st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt, den Spitzensport tiefer in der Gesellschaft verankert und ihn damit langfristig st\u00e4rkt. Davon k\u00f6nnen alle profitieren, insbesondere wir Athletinnen und Athleten und jene, die auf uns folgen,\u201c<\/em> erg\u00e4nzt Karla Borger.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Debatte zum Sinn und den Zielen der staatlichen Spitzensportf\u00f6rderung in Deutschland ist \u00fcberf\u00e4llig. Sie wurde \u00fcber Jahre eingefordert, jedoch nie gef\u00fchrt. Jetzt, da zum wiederholten Mal \u00fcber Strukturreformen des Spitzensports diskutiert <a href=\"https:\/\/sportspitze.de\/2022\/08\/07\/spitzensport-lieber-ein-volk-von-sportlern-als-von-weltmeistern\/\">wird<\/a>, bietet sich die Chance erneut.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>&#8220;Alle paar Jahre diskutieren wir \u00fcber das Abschneiden Deutschlands in Medaillenspiegeln und, ob die steigenden F\u00f6rdermittel gerechtfertigt sind. Wenn immer nur der Mitteleinsatz und die kumulierte Medaillenausbeute bei internationalen Wettbewerben nebeneinandergestellt werden, kann diese Diskussion in dieser vereinfachten Form nicht zufriedenstellend aufgel\u00f6st werden. Unsere Analyse soll einen ersten Beitrag liefern und eine Diskussion zu dem tats\u00e4chlichen und gew\u00fcnschten Wert sportlicher H\u00f6chstleistungen in unserer Gesellschaft entfachen,&#8221;<\/em> sagt Maximilian Klein, Mitautor des Papiers.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Klein weiter: <em>&#8220;In Deutschland richtet sich die F\u00f6rderung ma\u00dfgeblich an internationalen sportlichen Erfolgspotenzialen und nicht am Potenzial zur Gemeinwohlsteigerung aus. Beide Ziele k\u00f6nnen einander bedingen und aufeinander einzahlen, sie gehen aber nicht automatisch miteinander einher. Eine undifferenzierte Betrachtung von absoluten Erfolgszielen als Basis f\u00fcr F\u00f6rderentscheidungen ist nur bedingt geeignet, um die wohlfahrtssteigernden Potenziale von Spitzenleistungen der Athletinnen und Athleten zu heben. Es gilt daher, sportpolitische Rhetorik, Evidenz zum gesellschaftlichen Nutzen des Spitzensports und formale Ziele der Spitzensportentwicklung in Einklang zu bringen. So k\u00f6nnte der Spitzensport die Wirkung entfalten, die ihm so oft zugeschrieben wird.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Johannes Herber, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Athleten Deutschland: <em>\u201eGrunds\u00e4tzlich sollten alle Athletinnen und Athleten des Spitzensports optimale Bedingungen erhalten, damit sie pers\u00f6nliche Bestleistungen erzielen k\u00f6nnen. M\u00fcssen aber Verteilungsentscheidungen getroffen werden, sollten die Athletinnen und Athleten die M\u00f6glichkeit haben, die zugrundeliegenden Kriterien mitzugestalten. Neue Kriterien, die neben dem sportlichen Erfolg auch den gesellschaftlichen Nutzen erfassen, w\u00fcrden die F\u00f6rderung ganzheitlicher machen.&#8221;<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u201eWeil andere Nationen auch massiv in Spitzensport investieren, manche Athletinnen und Athleten dopen oder ohne R\u00fccksicht auf Verluste gedrillt werden, ist es schwierig in manchen Disziplinen noch mitzuhalten. Auch deshalb sind Kriterien n\u00f6tig, die individuellen Leistungssteigerungen und Gemeinwohlpotenziale h\u00f6heren Wert beimessen. Oft ist es die Kombination aus sportlicher Leistung, Pers\u00f6nlichkeit und die dahinterstehende Geschichte der Athletinnen und Athleten, die die Menschen inspiriert und in Erinnerung bleibt<\/em>&#8220;, so Herber.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Athleten Deutschland schl\u00e4gt deshalb eine neue gesellschaftliche Verst\u00e4ndigung zu den Zielen des staatlich gef\u00f6rderten Spitzensports vor. Diese offene und ehrliche Diskussion soll alle Beteiligten einschlie\u00dfen: Athlet*innen, Verb\u00e4nde, Politik, Medien und die Menschen, die Spitzensport erreichen soll und die ihn nachfragen \u2013 Zuschauer*innen, Sporttreibende, Fans, Steuerzahler*innen. Am Ende dieses Prozesses k\u00f6nnte ein neuer Gesellschaftsvertrag &#8211; gar ein Sportf\u00f6rdergesetz &#8211; f\u00fcr den Spitzensport stehen; eine \u00dcbereinkunft, hinter der sich alle versammeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein solcher Prozess b\u00f6te sich als erster Umsetzungsschritt des gerade <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/sport\/sportpolitik\/bewegungsgipfel-beim-bundeskanzler-noch-in-diesem-jahr-18126946.html\">entstehenden \u00a0Konzepts\u00a0<\/a>des Bundesministeriums des Innern und f\u00fcr Heimat zur Neuaufstellung der Spitzensportf\u00f6rderung an. Eine Einigung \u00fcber die Ziele der F\u00f6rderung ist aus Sicht von Athleten Deutschland erforderlich, bevor \u00fcber weitere Strukturreformen entschieden werden kann. Die Bearbeitung anderer Handlungsfelder w\u00e4re parallel dennoch m\u00f6glich. Kurzfristige Handlungsbedarfe k\u00f6nnten abgedeckt werden, ohne von der Grundsatzdebatte blockiert zu werden.\u00a0Dazu z\u00e4hlen die verschiedenen Problemstellungen rund um die Integrit\u00e4t des Sports, die Evaluierung von Mittelverteilungsmechanismen sowie grundlegende Gelingensbedingungen f\u00fcr die Athlet*innen im Spitzensport, damit diese ihr sportliches und pers\u00f6nliches Potenzial optimal entfalten k\u00f6nnen. Letzterer Thematik wird sich Athleten Deutschland im Rahmen eines breiten und inklusiven Beteiligungsprozesses mit den Athlet*innen und weiteren Stakeholdern im Herbst und Winter widmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 15. August 2022. 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