{"id":2702,"date":"2021-03-22T14:05:55","date_gmt":"2021-03-22T13:05:55","guid":{"rendered":"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten\/?p=2702"},"modified":"2021-12-01T09:21:43","modified_gmt":"2021-12-01T08:21:43","slug":"qualifikation-fuer-und-teilnahme-an-den-olympischen-und-paralympischen-spielen-sicherheit-gewaehrleisten-und-fuersorgepflicht-wahrnehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/qualifikation-fuer-und-teilnahme-an-den-olympischen-und-paralympischen-spielen-sicherheit-gewaehrleisten-und-fuersorgepflicht-wahrnehmen\/","title":{"rendered":"Qualifikation f\u00fcr und Teilnahme an den Olympischen und Paralympischen Spielen \u2013 Sicherheit gew\u00e4hrleisten und F\u00fcrsorgepflicht wahrnehmen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin, 22. M\u00e4rz 2021.<br \/>\nVorbemerkung<br \/>\n<\/strong>Die Corona-Pandemie stellt weiterhin eine beispiellose Herausforderung f\u00fcr die Menschheit dar. Neue Mutationen des Coronavirus breiten sich weltweit aus und der Impfprozess schreitet nur schleppend voran. Der olympische und paralympische Spitzensport ist von den Auswirkungen der Pandemie nicht ausgenommen: Die Qualifikationswettbewerbe sowie die Olympischen und Paralympischen Spiele selbst finden in einer Zeit der akuten Infektionsgefahr statt.<\/p>\n<p>Das Einreiseverbot f\u00fcr ausl\u00e4ndische Zuschauer*innen f\u00fcr die Spiele in Tokio war die richtige Entscheidung. Der Gesundheitsschutz muss oberste Priorit\u00e4t haben. Die Spiele d\u00fcrfen nicht zum globalen Superspreader-Event werden. Die Pandemie macht das Fest der Begegnung unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Infektionsgefahr birgt gro\u00dfe Risiken f\u00fcr alle Teilnehmer*innen, und es ist davon auszugehen, dass es sowohl in der Qualifikations- und Turnierphase der Olympischen und Paralympischen Spiele zu Infektionen kommen wird. Dies hat sich j\u00fcngst bei der Leichtathletik-EM in Torun (Polen) und beim Fecht-Weltcup in Budapest (Ungarn) durch eine hohe Zahl an Infektionen bei Athlet*innen gezeigt.<\/p>\n<p>Viele Athlet*innen sind verunsichert. Auf ihnen lastet enormer Druck. Das IOC und die Weltverb\u00e4nde m\u00fcssen daher z\u00fcgig und \u00fcberzeugend darlegen, wie Qualifikationsturniere und nicht zuletzt die Olympischen und Paralympischen Spiele sicher stattfinden k\u00f6nnen. Die Athlet*innen d\u00fcrfen nicht in ein Dilemma gezwungen werden, in dem sie zwischen Teilnahme und ihrer sowie der Gesundheit anderer abw\u00e4gen m\u00fcssen. Die Athlet*innen erwarten, dass die Ausrichter*innen und entsendenden Verb\u00e4nde alle Ma\u00dfnahmen ergreifen und keine Kosten und M\u00fchen scheuen, um die Gesundheit der lokalen Bev\u00f6lkerung sowie all jener zu sch\u00fctzen, die an den Qualifikationswettk\u00e4mpfen, den Olympischen und Paralympischen Spielen teilnehmen.<\/p>\n<p>Nachfolgend skizzieren wir<\/p>\n<ol type=\"1\">\n<li>grundlegende Anforderungen an das IOC und den DOSB als entsendendes NOK,<\/li>\n<li>unsere Erwartungen an die Verb\u00e4nde mit Blick auf die Qualifikationswettk\u00e4mpfe und<\/li>\n<li>Mindestanforderungen an k\u00fcnftige Versionen des IOC-Playbooks<a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/news\/qualifikation-fuer-und-teilnahme-an-den-olympischen-und-paralympischen-spielen-sicherheit-gewaehrleisten-und-fuersorgepflicht-wahrnehmen\/#_ftn1\">[1]<\/a>.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>1. Grundlegende Anforderungen an IOC und DOSB<a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/news\/qualifikation-fuer-und-teilnahme-an-den-olympischen-und-paralympischen-spielen-sicherheit-gewaehrleisten-und-fuersorgepflicht-wahrnehmen\/#_ftn2\">[2]<\/a><br \/>\n<\/strong>Ein transparenter Kommunikationsprozess zwischen den Athlet*innen, ihren Vertreter*innen und dem IOC muss jederzeit gew\u00e4hrleistet sein. So k\u00f6nnen Bedenken im Vorfeld der Spiele angesprochen und gegebenenfalls ausger\u00e4umt werden. Die IOC-Exekutive muss transparent dar\u00fcber berichten, wie sich eventuelle Bedenken in der Entscheidungsfindung und Szenarienplanung niederschlagen. Nur durch eine umfassende und nachvollziehbare Berichterstattung kann die Tragf\u00e4higkeit der Konzepte bewertet werden. Ein solches Vorgehen w\u00fcrde auch das Vertrauen der Athlet*innen und nicht zuletzt der \u00d6ffentlichkeit in das Verantwortungsbewusstsein der Organisatoren in Zeiten einer globalen Pandemie deutlich erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang verweisen wir auf die drei Kernprinzipien Beteiligung, Transparenz und Rechenschaftspflichtigkeit. Deren Befolgung bei der weiteren Planung der verschobenen Spiele hatten wir bereits in einer internationalen Telefonkonferenz mit der IOC-Athletenkommission im M\u00e4rz 2020\u00a0<a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/pressemitteilung\/mehr-teilhabe-bei-der-planung-der-olympischen-spiele-in-tokio-2021\/\">eingefordert<\/a>. Neben transparenter Kommunikation sollte Teilhabe an Entscheidungsprozessen gew\u00e4hreistet werden. Athlet*innen und ihre Vertreter*innen sind Expert*innen. Ihr Wissen sollte f\u00fcr die Sicherheits- und Hygienekonzepte nutzbar gemacht werden. Entscheidungen, die sie direkt und indirekt betreffen, m\u00fcssen auf ihrem Feedback fu\u00dfen. Auch unabh\u00e4ngige Athletenvertretungen, die olympische Athlet*innen vertreten, m\u00fcssen gleichberechtigt\u202feinbezogen werden. Feedback muss \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich und sichtbar gemacht werden.\u202fDas IOC muss transparent dar\u00fcber berichten, wie Feedback von Athlet*innen in die Entscheidungsfindung eingeflossen ist.<\/p>\n<p>Es zeichnet sich ab, dass nicht alle teilnehmenden Athlet*innen bis zu den Spielen geimpft sein werden. Manche L\u00e4nder wie etwa Ungarn priorisieren Athlet*innen, in anderen L\u00e4ndern haben Impfkampagnen nicht einmal begonnen. Diese Unterschiede f\u00fchren zu global ungleichen Vorbereitungs- und Wettkampfbedingungen. In Deutschland l\u00e4uft die Impfkampagne schleppend. Risikogruppen und Personal der Daseinsvorsorge werden derzeit zurecht priorisiert. Athlet*innen stimmen der derzeitigen Impfreihenfolge grunds\u00e4tzlich zu, dies hat nicht zuletzt eine\u00a0<a href=\"https:\/\/cdn.dosb.de\/user_upload\/Athletenservice\/Athletenumfrage_COVID_19-Impfungen_Gesamtauswertung_-_FINAL.pdf\">DOSB-Umfrage<\/a>\u00a0vom Februar 2021 best\u00e4tigt. Aus unserer Sicht bedarf es bereits jetzt einer gesellschaftlichen Diskussion, ob Athlet*innen, die Deutschland international vertreten, z\u00fcgig geimpft werden sollen, sobald die derzeit priorisierten Gruppen durchgeimpft sind. Unter Ber\u00fccksichtigung von Trainingsausf\u00e4llen und der ausstehenden Qualifikationswettk\u00e4mpfe ist die Zeit knapp. F\u00fcr den Fall einer Impfung der Athlet*innen vor den Spielen muss eine Impfstrategie f\u00fcr Athlet*innen bereitstehen und bis dahin sorgf\u00e4ltig vorbereitet worden sein.<\/p>\n<p>Neben Impfungen werden strenge und hocheffektive Sicherheits- und Hygienekonzepte weitere Bausteine zur Verringerung von Infektionswahrscheinlichkeiten und -herden sein. Vor diesem Hintergrund sehen wir bei der aktuellen Version des IOC-Playbook f\u00fcr Athlet*innen weitreichende Verbesserungspotenziale (siehe unten). Insgesamt ist es unwahrscheinlich, dass sich Infektionen komplett vermeiden lassen werden. Das IOC muss daher transparent kommunizieren, unter welchen Bedingungen die Spiele stattfinden k\u00f6nnen und unter welchen nicht. Es m\u00fcssen fr\u00fchzeitig \u201erote Linien\u201c kommuniziert werden. Wir bitten, das Risiko einer gro\u00dfen Anzahl von Infektionen, schweren Verl\u00e4ufen und gar Todesf\u00e4llen zu bewerten, transparent zu kommunizieren und \u00fcber die Verfahrensweise in solchen F\u00e4llen aufzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p>F\u00fcr das \u00dcberschreiten roter Linien m\u00fcssen Konsequenzen definiert werden. Eine verantwortungsvolle Planung sollte alle m\u00f6glichen Szenarien in Betracht ziehen; Alternativszenarien sollten also nicht kategorisch im Voraus ausgeschlossen werden. Es muss Indikatoren geben, anhand derer die Gefahrenlage f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Spiele evaluiert werden kann. Dies gilt sowohl f\u00fcr die Vorbereitung als auch f\u00fcr den Verlauf der Spiele. Es sollte ein Expertengremium geben, das diese Indikatoren \u00fcberwacht. Dieses sollte regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber den aktuellen Stand der Gefahrenlage \u00f6ffentlich und gegen\u00fcber den Athlet*innen berichten.<\/p>\n<p>Die mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen verbundenen Risiken k\u00f6nnen nicht von vornherein vollst\u00e4ndig ausgeschlossen werden. Die Teilnahme an den Spielen und den Qualifikationswettbewerben sollte jedoch nicht vollst\u00e4ndig auf eigenes Risiko der Athlet*innen geschehen. Deswegen sollten Athlet*innen auch keine Erkl\u00e4rungen unterschreiben, mit denen sie die Veranstalter*innen von jeglicher Haftung im Krankheits- oder Todesfall befreien. Haftungs- und Versicherungsfragen sind zu kl\u00e4ren und transparent sowie fr\u00fchzeitig zu kommunizieren. W\u00fcrde eine nachweisliche Infektion w\u00e4hrend der Spiele wie ein Arbeitsunfall bzw. \u00e4hnlich einer Berufskrankheit eingeordnet werden k\u00f6nnen? Sind bei schweren Verl\u00e4ufen und bleibenden Folgesch\u00e4den abseits medizinischer Kosten alle Eventualit\u00e4ten, wie etwa eine bleibende Minderung der Erwerbsf\u00e4higkeit, durch den Versicherungsschutz der Athlet*innen abgedeckt? Wer haftet in solchen F\u00e4llen? Wer haftet f\u00fcr Sch\u00e4den nach m\u00f6glichen Pflichtverletzungen von Organisatoren?<\/p>\n<p>Das IOC, die internationalen Verb\u00e4nde, die Nationalen Olympischen Komitees und die Veranstalter*innen haben die Pflicht, die Gesundheit der \u00d6ffentlichkeit, der Athlet*innen und der Betreuerst\u00e4be zu sch\u00fctzen. Diese Pflicht sollte genauso aufbereitet, ver\u00f6ffentlicht und bei Verletzung an Sanktionen gekoppelt sein, wie bei allen anderen teilnehmenden Anspruchsgruppen.<\/p>\n<p>Wenngleich die Verantwortung bei der Vorbereitung und Durchf\u00fchrung der Olympischen Spiele beim IOC liegt, bitten wir den DOSB, der deutschen Delegation eine Einsch\u00e4tzung zu dem Sicherheits- und Hygienekonzept in Tokio auf Grundlage einer unabh\u00e4ngigen und externen \u00dcberpr\u00fcfung zu geben. Athlet*innen sollten umfassend informierte Entscheidungen treffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>2. Erwartungen an die Verb\u00e4nde mit Blick auf die Qualifikationswettk\u00e4mpfe<br \/>\n<\/strong>Athlet*innen und Athletenvertreter*innen haben uns mit Fragen und Sorgen rund um Hygiene- und Sicherheitskonzepte bei Wettk\u00e4mpfen im Ausland kontaktiert. Sie sind oft unsicher, ob die Gastgeber*innen die gebotenen Anforderungen an Sicherheit und Hygiene vollumf\u00e4nglich erf\u00fcllen. Die Verb\u00e4nde d\u00fcrfen die Athlet*innen unter keinen Umst\u00e4nden in ein Dilemma entlassen, in dem sie zwischen Teilnahme an Wettbewerben und ihrem sowie dem Gesundheitsschutz anderer w\u00e4hlen m\u00fcssen. Die Inkaufnahme einer solchen Situation w\u00e4re pflichtverletzend.<\/p>\n<p>Es ist die Aufgabe der Weltverb\u00e4nde, allen Athlet*innen mit Qualifikationschancen f\u00fcr die Olympischen und Paralympischen Spiele sichere Qualifikationswettbewerbe, einschlie\u00dflich sicherer Rahmenbedingungen, zu gew\u00e4hrleisten. Ihre Hygiene- und Sicherheitskonzepte m\u00fcssen den h\u00f6chsten Standards entsprechen. Athleten Deutschland hat mit\u00a0<a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/20210309-Brief-ADeV_Hygiene-und-Sicherheit.pdf\">Brief vom 9. M\u00e4rz 2021<\/a>\u00a0gegen\u00fcber den deutschen Spitzenverb\u00e4nden angeregt, die vom\u00a0<a href=\"https:\/\/cdn.dosb.de\/user_upload\/www.dosb.de\/Corona\/Broschuere_DINA4_Hygienestandards_20201022_Ansicht.pdf\">T\u00dcV Rheinland zertifizierten Hygienestandards des DOSB<\/a>\u00a0als Ma\u00dfstab zur Pr\u00fcfung ausl\u00e4ndischer Konzepte zu nehmen und bei M\u00e4ngeln entsprechende Erg\u00e4nzungen zu fordern. Eine auf der \u00dcberpr\u00fcfung der Hygiene- und Sicherheitskonzepte aufbauende Risikoabsch\u00e4tzung sollte den zu entsendenden Athlet*innen und den jeweiligen Athleten-vertreter*innen mitgeteilt werden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen die Athlet*innen \u00fcber die Absicherung von Risiken aufgekl\u00e4rt werden. Zum Beispiel muss der genaue Ablauf im Infektions- und\/oder Quarant\u00e4nefall eindeutig geregelt sein \u2013 ebenso wie Fragen bez\u00fcglich der sich daran anschlie\u00dfenden finanziellen, sportlichen und gesundheitlichen Risiken. Im Infektionsfall sollte Athlet*innen neben der selbstverst\u00e4ndlichen medizinischen Versorgung ein umfassendes Angebot zur psychologischen Unterst\u00fctzung gemacht werden.<\/p>\n<p>Es ist au\u00dferdem sicherzustellen, dass die Veranstalter*innen und Ausrichter*innen der Wettk\u00e4mpfe ihrer F\u00fcrsorgepflicht f\u00fcr die Athlet*innen nachkommen. Wenn Athlet*innen Verzichtserkl\u00e4rungen unterzeichnen sollen, in denen sie im Infektions- und gar Todesfall auf jegliche Haftungs- und Regressanspr\u00fcche gegen\u00fcber den involvierten Parteien verzichten, sind solche Erkl\u00e4rungen umgehend von Expert*innen zu \u00fcberpr\u00fcfen. Die Athlet*innen sowie die jeweiligen Athletenvertreter*innen sind entsprechend aufzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Sollten sich Unsicherheiten und\/oder \u00dcberforderung der nationalen Fachverb\u00e4nde im Umgang mit den Qualifikationsturnieren abzeichnen, empfehlen wir dem DOSB dringend, eine zentrale Leit- und Kompetenzstelle einzurichten, damit von deutscher Seite alles f\u00fcr die Sicherheit der Athlet*innen getan wird. Diese k\u00f6nnte nicht nur den Verb\u00e4nden helfen, sondern auch in Partnerschaft mit Athleten Deutschland und den Athletenvertreter*innen Unsicherheiten, offene Fragen und Probleme der Athlet*innen kl\u00e4ren. Auch das IOC sollte Sorge daf\u00fcr tragen, dass die Sicherheits- und Hygienekonzepte der Weltverb\u00e4nde h\u00f6chsten und vergleichbaren Standards entsprechen und bei Unsicherheiten und\/oder \u00dcberforderung der Weltverb\u00e4nde eine helfende Hand reichen.<\/p>\n<p>Athlet*innen, die aufgrund nachvollziehbarer Sicherheitsbedenken auf eine Teilnahme verzichten beziehungsweise aufgrund von Quarant\u00e4nema\u00dfnahmen oder eines positiven Tests nicht teilnehmen k\u00f6nnen, sollten eine alternative M\u00f6glichkeit durch ihr Nationales Olympisches Komitee oder den internationalen Fachverband erhalten, sich durch einen n\u00f6tigen Leistungsnachweis zu qualifizieren. Falls Qualifikationswettbewerbe pandemiebedingt g\u00e4nzlich gestrichen werden m\u00fcssen, sollten gerechte und nachvollziehbare Kriterien f\u00fcr eine Nominierung gemeinsam mit den Athlet*innen oder ihren Vertreter*innen entwickelt werden.<\/p>\n<p><strong>3. Mindestanforderungen an zuk\u00fcnftige Versionen des Playbooks<br \/>\n<em>3.1 Anreise, Unterkunft, Vorbereitung und Wettk\u00e4mpfe<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Playbook sollte detaillierte Beschreibungen der Sicherheitsma\u00dfnahmen f\u00fcr Training, Reisen, Wettk\u00e4mpfe und Unterbringung f\u00fcr jede Sportart beinhalten. Die Einzelheiten des Anreiseprozesses und m\u00f6gliche Vorgaben f\u00fcr Isolations- und Bubblekonzepte, im entsendenden Land und nach Ankunft in Japan, m\u00fcssen dargelegt werden. Die Athlet*innen sollten im Rahmen dieser Sicherheitsma\u00dfnahmen ihre regul\u00e4re Vorbereitungs- und Trainingsroutine vor einem Wettkampf beibehalten k\u00f6nnen. Insbesondere ist darauf zu achten, dass die R\u00e4umlichkeiten gro\u00df genug sind, um ausreichend Abstand einhalten zu k\u00f6nnen. Das disziplinspezifische Erfahrungswissen von Athlet*innen sollte bei der Planung der Ma\u00dfnahmen unbedingt abgerufen werden. Die Kapazit\u00e4ten in den Wettkampf- und Trainingsst\u00e4tten sollten so geplant werden, dass jederzeit eine Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen, vor allem Social Distancing, gew\u00e4hrleistet werden kann.<\/p>\n<p>Bei Reisen, besonders innerhalb von Japan, sollte nur in absoluten Ausnahmef\u00e4llen auf \u00f6ffentliche Transportmittel zur\u00fcckgegriffen werden. Athlet*innen sollten zudem in Einzelunterk\u00fcnften mit privaten B\u00e4dern untergebracht werden. Jegliche Innenr\u00e4ume, in denen sich Athlet*innen und Teilnehmer*innen aufhalten, sollten im Hinblick auf effektive Bel\u00fcftung evaluiert und mit den notwendigen technischen Ger\u00e4ten zur Durchl\u00fcftung ausgestattet werden.<\/p>\n<p><em><strong>3.2 Masken<br \/>\n<\/strong><\/em>Es sollte einheitliche Standards f\u00fcr die Masken geben, die w\u00e4hrend der Spiele getragen werden, um ein H\u00f6chstma\u00df an Schutz zu gew\u00e4hrleisten. Die Veranstalter*innen sollten die Teilnehmer*innen mit diesen Masken versorgen. Die Masken m\u00fcssen mindestens f\u00fcr den medizinischen Einsatz zertifiziert sein.<\/p>\n<p><em><strong>3.3 Tests<br \/>\n<\/strong><\/em>Engmaschiges Testen, mindestens ein Mal am Tag, ist wichtiger Teil der Sicherheitsstrategie. Dabei sollten Athlet*innen in der Lage sein, sich jederzeit testen zu lassen. Die Teststationen sollten in unmittelbarer N\u00e4he der Unterk\u00fcnfte zug\u00e4nglich sein. Der Weg und der Transport zu einer Teststation sollte die Athlet*innen nicht unn\u00f6tigen Gefahren aussetzen. Die Kapazit\u00e4ten der Teststationen sollten von vornherein so geplant und koordiniert werden, dass die Athlet*innen ohne Wartezeit ihre Tests zu einem festen Termin wahrnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nach einem positiven Test werden die Athlet*innen laut Playbook nicht die Erlaubnis haben, weiter an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Ein positives Testergebnis sollte in jedem Fall durch weitere Tests eindeutig verifiziert werden. Die Protokolle f\u00fcr die Auslegung von Testresultaten in komplexen oder unklaren F\u00e4llen, die von der Results Advisory Expert Group entwickelt werden, sollten \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich sein. Die Ergebnisse der Auslegung in einem solchen Fall sollten den Athlet*innen verst\u00e4ndlich und nachvollziehbar erkl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p><em><strong>3.4 Kontaktnachverfolgung<br \/>\n<\/strong><\/em>Die Kontaktnachverfolgung sollte \u00fcber digitale Tools oder Wearables und eigens daf\u00fcr zust\u00e4ndiges Personal sichergestellt werden. Die Veranstalter*innen sollten den Athlet*innen die technischen Ger\u00e4te f\u00fcr die Kontaktverfolgung zur Verf\u00fcgung stellen. Athlet*innen sollten \u00fcber die Funktionen und Datenverarbeitungsprozesse dieser Tools umfassend aufgekl\u00e4rt werden. Sie sollten umfassend dar\u00fcber informiert werden, wie ihre Daten verarbeitet werden \u2013 von wem, wo und wie lange. Es sollte f\u00fcr jede Delegation eine oder mehrere Personen geben, die allein f\u00fcr die Kontaktverfolgung zust\u00e4ndig sind.<\/p>\n<p><em><strong>3.5 Medizinische Betreuung und Untersuchungen<br \/>\n<\/strong><\/em>Positiv getestete Athlet*innen sollten Zugang zur notwendigen und engmaschigen medizinischen Betreuung haben, die h\u00f6chsten internationalen Standards in der Bek\u00e4mpfung von COVID-19-Erkrankungen entspricht. Es sollte gew\u00e4hrleistet sein, dass gen\u00fcgend qualifiziertes medizinisches Personal zur Verf\u00fcgung steht, auch im Falle eines Superspreader-Events und\/oder einer H\u00e4ufung schwerer Verl\u00e4ufe. Medizinische Evakuierungspl\u00e4ne m\u00fcssen vorliegen. Die regul\u00e4re medizinische Betreuung ohne Bezug zu COVID-19 muss zu jedem Zeitpunkt aufrechterhalten werden. Im Falle eines positiven Tests oder einer Quarant\u00e4nema\u00dfnahme, die m\u00f6glicherweise die Teilnahme an den Spielen gef\u00e4hrdet, muss ein Angebot f\u00fcr psychologische Unterst\u00fctzung bestehen.<\/p>\n<p><em><strong>3.6 M\u00f6glichkeit zur kurzfristigen Verschiebung von Wettk\u00e4mpfen<br \/>\n<\/strong><\/em>F\u00fcr den Fall, dass ein Erstkontakt mehrere Athlet*innen einer Sportart zur Quarant\u00e4ne zwingt, sollte die M\u00f6glichkeit bestehen, Wettk\u00e4mpfe w\u00e4hrend der Olympischen Spiele oder Paralympics kurzfristig zu verschieben.\u00a0 Daf\u00fcr sollten im Voraus detaillierte Szenarien in Zusammenarbeit mit den internationalen Verb\u00e4nden f\u00fcr die jeweils disziplinspezifischen Anforderungen ausgearbeitet werden.<\/p>\n<p><em><strong>3.7 \u00a0Sanktionen<br \/>\n<\/strong><\/em>F\u00fcr einen Versto\u00df gegen die Verhaltensrichtlinien des Playbooks k\u00f6nnen Athlet*innen sanktioniert, im schlimmsten Fall gar von den Spielen ausgeschlossen, werden. Das Playbook f\u00fchrt momentan nicht auf, welche Regelbr\u00fcche wie geahndet werden. Es beschreibt auch kein Verfahren, in dem Athlet*innen nach einem vermeintlichen Versto\u00df ihre Sicht darlegen k\u00f6nnen. Diese Fragen sollten im n\u00e4chsten Playbook durch eine Verfahrensordnung und einen ausf\u00fchrlichen Sanktionskatalog beantwortet werden.<\/p>\n<p><strong>3.8 Liaison Officers<\/strong><br \/>\nJedes Nationale Olympische Komitee benennt gem\u00e4\u00df Playbook einen Liaison Officer als Ansprechperson f\u00fcr alle Fragen rund um Hygiene- und Sicherheitsvorschriften. Aus unserer Sicht sollte sich die Anzahl der Liaison Officers je Delegation nach einem festen Schl\u00fcssel ergeben. Es muss sichergestellt werden, dass ausreichend Kapazit\u00e4ten f\u00fcr die Kl\u00e4rung von Fragen und Problemen vorhanden sein werden.<\/p>\n<p><strong>3.9 Delegationen<br \/>\n<\/strong>Die Delegationen sollten so reduziert besetzt werden, dass nur NOK-Mitglieder mit nach Tokio fahren, die entweder f\u00fcr die direkte sportliche, medizinische, psychologische oder organisatorische Betreuung der Athlet*innen oder f\u00fcr die Einhaltung der Sicherheits- und Hygienestandards sowie der Kontaktverfolgung zust\u00e4ndig sind. Delegationsmitglieder, die eine rein repr\u00e4sentative Funktion haben, sollten nicht nach Tokio reisen.<\/p>\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n<p><a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/news\/qualifikation-fuer-und-teilnahme-an-den-olympischen-und-paralympischen-spielen-sicherheit-gewaehrleisten-und-fuersorgepflicht-wahrnehmen\/#_ftnref1\">[1]<\/a>\u00a0Das IOC hat ein\u00a0<a href=\"https:\/\/stillmedab.olympic.org\/media\/Document%20Library\/OlympicOrg\/Games\/Summer-Games\/Games-Tokyo-2020-Olympic-Games\/Playbooks\/The-Playbook-Athletes-and-Officials.pdf\">Playbook<\/a>\u00a0ver\u00f6ffentlicht, in dem die Sicherheits- und Hygienema\u00dfnahmen f\u00fcr die verschiedenen teilnehmenden Gruppen, einschlie\u00dflich der Athlet*innen, dargestellt werden. Das Playbook soll fortlaufend aktualisiert und in diesem Prozess wiederholt den Athlet*innen und anderen Beteiligten vorgestellt werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/news\/qualifikation-fuer-und-teilnahme-an-den-olympischen-und-paralympischen-spielen-sicherheit-gewaehrleisten-und-fuersorgepflicht-wahrnehmen\/#_ftnref2\">[2]<\/a> Die nachfolgend geschilderten Anforderungen gelten f\u00fcr IPC und DBS gleicherma\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 22. M\u00e4rz 2021. Vorbemerkung Die Corona-Pandemie stellt weiterhin eine beispiellose Herausforderung f\u00fcr die Menschheit dar. Neue Mutationen des Coronavirus breiten sich weltweit aus und der Impfprozess schreitet nur schleppend voran. 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