{"id":1877,"date":"2021-03-03T00:00:00","date_gmt":"2021-03-02T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten\/2021\/03\/03\/baeume-pflanzen-aufmerksam-machen-klima-schuetzen\/"},"modified":"2021-08-24T13:55:50","modified_gmt":"2021-08-24T11:55:50","slug":"baeume-pflanzen-aufmerksam-machen-klima-schuetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/testsystem.meisel-webdesign.de\/athleten-sandbox\/baeume-pflanzen-aufmerksam-machen-klima-schuetzen\/","title":{"rendered":"B\u00e4ume pflanzen, aufmerksam machen, Klima sch\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<p><em>Stefan Wagner ist Mitbegr\u00fcnder der Sports for Future Inititative und spricht mit uns dar\u00fcber, warum der Sport ein Brennglas der Gesellschaft ist und gibt Tipps, wie Sportler*innen sich f\u00fcr den Klimawandel einsetzen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\r\n<p><strong>Hallo Stefan, stell dich doch einmal kurz vor und verrate uns deine Verbindung zur Sportwelt.<br \/><\/strong>Ich bin Stefan Wagner. Ich arbeite schon jahrelang im Sport. Ich war beim T-Mobile Team Pressesprecher, dann acht Jahre beim HSV als Marketingleiter, dann sp\u00e4ter f\u00fcr den Bereich CSR (Corporate Social Responsability) und die HSV-Stiftung der Hamburger Weg verantwortlich. 2017 haben meine Frau und ich uns mit einem B\u00fcro f\u00fcr Nachhaltigkeitsstrategie und Kommunikation selbstst\u00e4ndig gemacht.<br \/>Wir arbeiten weiterhin sehr nah am Sport. Beispielsweise haben wir f\u00fcr den DFB den Nachhaltigkeitsbericht gemacht, genauso wie f\u00fcr Bayer Leverkusen, haben Projekte f\u00fcr den VfL Osnabr\u00fcck, den Leichtathletikverband und den Volleyballverband umgesetzt und sind insbesondere f\u00fcr die Unternehmensentwicklung der TSG Hoffenheim zust\u00e4ndig. Wir haben also ein buntgemischtes Sportportfolio.\u00a0\u00a0<\/p>\r\n<p><strong>Du bist Mitinitiator der Initiative Sports for Future \u2013 wie kam es dazu?<br \/><\/strong>Irgendwann haben wir uns die Frage gestellt: Wo steht der Sport im Klimaschutz? Unsere Erkenntnis war, dass der Sport noch l\u00e4ngst nicht das ausgesch\u00f6pft hat, was er tun kann. Beim Betrachten der <em>For Future<\/em>-Initiativen haben wir festgestellt, dass es alles M\u00f6gliche gibt \u2013 nur nicht den Sport. Das kam uns so absurd vor, so dass es dann eigentlich auf der Hand lag, das zu initiieren. Heute sind wir etwas mehr als 250 Sportler*innen, Vereine und Verb\u00e4nde, die zusammen \u00fcber 22 Millionen Sportlerinnen und Sportler repr\u00e4sentieren.<br \/>Im Prinzip versuchen wir, die Stimme aus dem Sport zu sein, die f\u00fcr die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens steht. Au\u00dferdem wollen wir aber auch die M\u00f6glichkeiten des Sports auszunutzen, um mehr Menschen zu erreichen, die man sonst vielleicht nicht so erreicht.<\/p>\r\n<p><strong>Also ist die Initiative haupts\u00e4chlich durch Engagement aus der Fu\u00dfball-Bundesliga entstanden?<br \/><\/strong>Ja, da hat unser Netzwerk sofort gegriffen. Wir wollten schnell eine starke Aufstellung finden. Aber es war uns sehr wichtig, mit der Deutschen Sportjugend einen Akteur zu haben, der ganz explizit auch f\u00fcr andere Sportarten steht.<\/p>\r\n<p><strong>Und jetzt?<br \/><\/strong>Es sind auch immer mehr Sportler*innen aus anderen Sportarten aktiv. Es ist uns auch wichtig, dass Sports for Future als eine breite Initiative wahrgenommen wird.<\/p>\r\n\r\n<p><strong>Ihr habt <\/strong><strong>zahlreiche Unterst\u00fctzer*innen \u2013 Wie arbeitet ihr denn mit den Sportler* innen, mit den Vereinen, mit den Verb\u00e4nden zusammen?<br \/><\/strong>Das ist unterschiedlich. Wir haben einige dabei, die geben ihre Stimme, ihr Commitment ab \u2013 und nicht mehr und nicht weniger. Wir kommen eigentlich aus einer gef\u00fchlt unpolitischen Rolle im Sport. Aber das Thema Klimaschutz ist eben nicht nur ein politisches, sondern vor allem ein gesellschaftliches Thema, das uns alle betrifft. Der Klimawandel ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Jetzt habe ich aber die Frage verloren, die du gestellt hast.<\/p>\r\n<p><strong><em>Wie <\/em><\/strong><strong>arbeitet ihr mit den Sportler*innen und Vereinen?<br \/><\/strong>Einige wollen mehr tun. \u00a0Daf\u00fcr haben wir ein Workbook erstellt, f\u00fcr nachhaltige Sportevents, das kostenlos zum Download zur Verf\u00fcgung steht.. Das ist ein Handlungsleitfaden f\u00fcr alle, die selbst auch etwas tun wollen. Mit der Deutschen Sportjugend haben wir zusammen mit der Cologne Business School eine sehr umfangreiche Hotspot-Analyse durchgef\u00fchrt. Daf\u00fcr haben wir Veranstaltungen der Deutschen Sportjugend angeguckt und ganzheitlich geschaut, wie der Status Quo ist und wie man in Richtung Nachhaltigkeit st\u00e4rker werden kann. Diese Herangehensweise wollen wir als Blaupause zur Verf\u00fcgung stellen f\u00fcr Verb\u00e4nde und Vereine, die sich des Themas annehmen wollen. Diese Aktionen haben immer Multiplikator-Wirkung gegen\u00fcber den Menschen, die sich dort rund um die Vereine und Verb\u00e4nde tummeln. Manchmal sind die dann wiederum in Unternehmen in Entscheidungspositionen und k\u00f6nnen esdort adaptieren.<\/p>\r\n<p><br \/><strong>Leistungssport wird oft als Klimas\u00fcnder beschrieben, weil er eben mit vielen Reisen verbunden ist, weil es eben diese Veranstaltungen gibt. Wie siehst du das?<br \/><\/strong>Das kann man gar nicht negieren. Wir wollen den Sport bewusst auch dieser Kritik bzw. diesem Widerspruch aussetzen. In Hoffenheim haben wir das Thema \u00d6kologie genau mit dieser Diskussion auf die Agenda gehoben. In der Sekunde, in der ich das mache, bin ich sofort angreifbar. Und der Reflex von au\u00dfen ist: Na gro\u00dfartig, jetzt schreibt ihr euch das auf die Fahne und am n\u00e4chsten Tag fliegt ihr ins Trainingslager nach \u00d6sterreich oder zum Ausw\u00e4rtsspiel oder zu den Spielen nach Tokio.<\/p>\r\n<p>Der Sport lebt von gro\u00dfen Sportveranstaltungen und davon, dass da viele Leute hinkommen. Aber die kommen halt auch h\u00e4ufig mit dem Auto. Also l\u00f6se ich einen Widerspruch aus.\u00a0 Aber dieser Widerspruch ist der Widerspruch unserer gesamten Gesellschaft. Und deswegen ist es gut, wenn wir das \u00a0aufzeigen. Und nat\u00fcrlich ist es f\u00fcr den Einzelnen dann unangenehm, wenn man ihn kritisiert. Trotzdem ist genau das die Diskussion, die wir f\u00fchren m\u00fcssen.<br \/>Hier wird der Sport zu einem Brennglas der gesellschaftlichen Entwicklung. Wir m\u00fcssen uns diesen Themen stellen. Und manches geht dann vielleicht auch gar nicht mehr \u2013 und zwar nicht nur im Sport, sondern in der gesamten Gesellschaft. Ich denke jetzt beispielsweise an Kurzstreckenfl\u00fcge. Dann fahren wir halt alle mit der Bahn ein bisschen l\u00e4nger. Der Wettkampfkalender muss sich dann daran anpassen.<\/p>\r\n<p><strong>Wenn wir auf den einzelnen Athleten, die einzelne Athletin schauen, was kann der oder diejenige dann tun, um die negativen Auswirkungen zumindest ein bisschen zu reduzieren?<br \/><\/strong>Ich bin zu wenig in der Welt eines Spitzensportlers zu Hause, um zu sagen, wie man bestimmte Dinge optimieren kann. Aber es gibt Sportler*innen, die bei ihren Verb\u00e4nden darauf hinwirken, dass sich was bewegt &#8211; zum Beispiel Nike Lorenz, die in der Hockey-Nationalmannschaft spielt. Die meinte, dass es vielleicht nicht so klug sei, nacheinander ein Ausw\u00e4rtsspiel in Australien und dann eins in S\u00fcdamerika und dann wieder eins an einer anderen Stelle zu haben. Sie hat gefragt, ob man das nicht ein bisschen schlauer zusammenlegen k\u00f6nnte, sodass dann eben nicht ganz so viele Reisen n\u00f6tig sind.<\/p>\r\n<p>Au\u00dferdem kann man versuchen den Rest zu kompensieren. Die Hockey-Nationalmannschaft hat \u00fcber eine Crowdfunding Aktion Geldeingenommen, um damit aufzuforsten, wohlwissend, dass das nicht die letzte L\u00f6sung sein kann. Aber es ist zumindest die zweitbeste.<\/p>\r\n<p><strong>Warum ist es so wichtig, dass Sportler*innen ihre Stimme nutzen?<br \/><\/strong>Erstens erzielen sie eine viel gr\u00f6\u00dfere, viel glaubw\u00fcrdigere und viel pers\u00f6nlichere Aufmerksamkeit, als es viele andere k\u00f6nnen. Und zweitens kommen wir als Menschen, die im Sport agieren, durch eine andere T\u00fcr, als man es normalerweise tut, wenn man \u00fcber Klimaschutz redet. Bei den <em>Fridays for Future<\/em>-Demos wird gesagt, dass sie lieber in die Schule gehen sollten. Wenn sich der Sport f\u00fcr den Klimaschutz stark macht, ist die Diskussion viel sachlicher. Deswegen w\u00e4re es klasse, wenn sich da viele Sportler*innen engagieren.<\/p>\r\n<p><strong>Was sind jetzt eure n\u00e4chsten Ziele?<br \/><\/strong>Wir haben die Kampagne <em>Sports for Trees<\/em> ins Leben gerufen, wo wir versuchen, durch den Sport ganz niedrigschwellig Menschen zu erreichen und diese motivieren auf positive Weise etwas zum Klimaschutz beizutragen: durch das Anpflanzen von B\u00e4umen. Wir wissen, dass das B\u00e4umepflanzen nicht die L\u00f6sung der Klimakrise ist, aber es leistet einen positiven Beitrag.<\/p>\r\n<p>Die Idee ist \u2013 simpel gesprochen \u2013 zum Beispiel, dass man an der Kasse den Euro Wechselgeld in eine Baum-Spardose steckt und nicht ins Portemonnaie. Mit Corona funktioniert das momentan nicht. Deswegen planen wir, um optimal vorbereitet zu sein, wenn der Sport wieder mit Zuschauern starten darf. Wir versuchen, unsere Community auszubauen und uns zu vernetzen.<\/p>\r\n<p><strong>Ich bin Leistungssportler*in und lese jetzt dieses Interview und denke mir: Da w\u00fcrde ich irgendwie gerne etwas zu beitragen. Was k\u00f6nnte ich denn tun? Wie kann ich da am besten an euch herantreten?<br \/><\/strong>Der einfachste und der direkteste Weg ist es, seine Stimme zu geben. Erst mal \u00fcber die Unterst\u00fctzung unserer Erkl\u00e4rung auf sportsforfuture.de. Dar\u00fcber hinaus gibt es unendlich viele M\u00f6glichkeiten \u2013 bis hin zum Einsatz als Botschafter*in f\u00fcr <em>Sports for Future<\/em> und <em>Sports for Trees<\/em>. Wir haben Social Media Kits, die genutzt werden k\u00f6nnen und vieles mehr.<\/p>\r\n<p><strong>Wie stellst du dir pers\u00f6nlich die Zukunft des Sports vor?<br \/><\/strong>Ich w\u00fcnsche mir, dass der Sport im Bezug auf den Klimaschutz nicht denkt: Oh je. Jetzt muss ich hier auch noch was tun. Stattdessen sollte das Thema als Chance und als M\u00f6glichkeit gesehen werden, der Rolle, die wir in der Gesellschaft haben, gerecht zu werden. Ich w\u00fcnsche mir, dass der Sport proaktiv ist und nach vorne geht \u2013 \u00fcber das Ma\u00df, was vielleicht von ihm erwartet wird hinaus, also im besten Sinne wirklich ein Vorreiter ist. Ich glaube, dass das genau die Rolle ist, die der Sport einnehmen kann und sollte.<\/p>\r\n<p>Foto: EW Fotografie | www.facebook.com\/ewfotografie<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stefan Wagner ist Mitbegr\u00fcnder der Sports for Future Inititative und spricht mit uns dar\u00fcber, warum der Sport ein Brennglas der Gesellschaft ist und gibt Tipps, wie Sportler*innen sich f\u00fcr den Klimawandel einsetzen k\u00f6nnen. Hallo Stefan, stell dich doch einmal kurz vor und verrate uns deine Verbindung zur Sportwelt.Ich bin Stefan Wagner. 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